ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 21. Runde

ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 21. Runde
ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 21. RundeFranz Wolfgang Rainer / Alamy / Profimedia

Beinahe wäre der Kampf um die Top 6 schon vor dem letzten Spieltag entschieden gewesen. Doch dann gelang Altach doch noch der Ausgleich gegen Rapid. Und auch sonst ging es in allen Stadien knapp zu Sache. Für Gesprächsstoff ist damit auch nach der 21. Runde der ADMIRAL Bundesliga gesorgt.

Wer spielt oben? Wer spiel unten? Das waren die großen Fragen am vorletzten Spieltag des Grunddurchgangs. Alle sechs Spiele liefen gleichzeitig. Jede Menge Spannung im Rennen um die Top 6. Und beinahe gab es die Entscheidung schon vor dem letzten Spieltag. Rapid konnte sich steigern, aber nicht rechtzeitig den Sack zu machen. So riss Altach im fast letzten Moment noch einmal die Tür für ein wildes Finale nächstes Wochenende auf. Auch auf den vorderen Plätzen bleibt es spannend, nachdem die ersten fünf alle unentschieden gespielt haben. 

Es ging also richtig knapp und heiß her in der ADMIRAL Bundesliga. Damit ist es auch dieses Mal höchste Zeit, sich dieses Treiben in Ruhe der Reihe nach genauer anzusehen. Oder anders gesagt: Hier sind die größten Tops und Flops des 21. Spieltages! 

 

TOP – GAK bringt zusätzliche Action in den Kampf um die Top 6

Eigentlich ging es für den GAK in erster Linie um den Abstiegskampf – doch mit dem 2:1-Heimsieg gegen Ried mischten die Grazer plötzlich auch das Rennen um die Meistergruppe kräftig auf. Vor der Runde war die Ausgangslage klar: Ried lag in Schlagdistanz zu Rang sechs und hätte mit einem Auswärtssieg einen großen Schritt Richtung Top Sechs machen können. Stattdessen setzte es einen Dämpfer und plötzlich war die Konstellation so eng, dass die Entscheidung um die Meistergruppe beinahe schon vor dem letzten Spieltag gefallen wäre. Ried rutschte auf Rang acht ab, liegt nun zwei Punkte hinter Rapid und ist am letzten Spieltag auf Schützenhilfe angewiesen.

Der GAK selbst zeigte dabei eine der reifsten Leistungen der Saison. Alexander Hofleitner brachte die Grazer früh per Kopf in Führung, Ramiz Harakate legte nach einem starken Solo das 2:0 nach. „Wir waren mutig und haben gute Lösungen mit und gegen den Ball gefunden“, sagte Trainer Ferdinand Feldhofer. Trotz personeller Ausfälle agierten die „roten Teufel“ effizient und entschlossen. Ried fand gegen die kompakte Defensive der Gastgeber kaum Mittel. „Wir sind nicht ans Leistungsmaximum gekommen“, räumte SVR-Coach Maximilian Senft ein. Das späte Eigentor zum 1:2 und die hektische Nachspielzeit änderten nichts mehr am Spielverlauf.

 

FLOP – WAC gibt 2:0 aus der Hand

2:0 geführt, lange alles im Griff und am Ende trotzdem die große Enttäuschung. Der WAC verspielte beim 2:2 gegen Sturm nicht nur einen Heimsieg, sondern auch die letzte Chance auf die Meistergruppe. Dabei lief zunächst alles nach Plan. Boris Matic traf sehenswert zur Führung, Erik Kojzek legte nach der Pause das 2:0 nach. Der WAC war zweikampfstark, präsent und klar am Drücker. Sturm wirkte verunsichert – bis zur 61. Minute.

Die Rote Karte gegen Cheick Diabate kippte das Spiel. Er kam als letzter Mann zu spät. Der folgende Freistoß landete an der Hand eines Wolfsbergers – Elfmeter. Der gerade in dem Moment eingewechselte Otar Kiteischwili übernahm direkt die Verantwortung und verwandelte den Elfmeter zum 1:2. Fünf Minuten später schnürte der Georgier per Nachschuss nach einem weiteren Strafstoß den Doppelpack zum 2:2.

 

 

„Es ist natürlich extrem bitter, wenn du so ein Spiel dann nicht gewinnst“, sagte WAC-Trainer Ismail Atalan. Die Rote Karte habe Sturm „die zweite Luft gegeben“. Mit dem Remis ist klar: Der WAC startet in der Qualigruppe. Rapid ist uneinholbar weg. Vom Cupsieger und Fast-Double-Gewinner des Vorjahres ist man aktuell weit entfernt. 2026 wartet der WAC weiter auf einen Ligasieg. 

 

TOP – Rapid wirkt stabiler

Ja, der Ausgleich in Minute 86 war ein bitterer Nackenschlag. Und ja, mit dem späten 1:1 in Altach hat Rapid wieder zwei wichtige Punkte liegen gelassen und die Chance vertan, sich schon vor dem letzten Spieltag fix für die Meistergruppe zu qualifizieren. Aber: Bis zu diesem Moment zeigte Rapid eines der stabilsten Spiele seit Monaten. Vor allem defensiv präsentierten sich die Hütteldorfer deutlich gefestigter. Flanken, lange Bälle, zweite Bälle – vieles wurde sauber verteidigt.

„Erstens haben wir es defensiv sehr gut gemacht“, analysierte Trainer Johannes Hoff Thorup. Über weite Strecken hatte Rapid die Partie unter Kontrolle. Nur die klaren Torchancen fehlten. Eine davon hat ihnen Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca vorenthalten, der eine unübersehbare Ringer-Einlage des Altach-Tormanns gegen Rapids Wurmbrand – warum auch immer und trotz VAR-Studium – nicht mit einem Elfmeterpfiff bestrafte. 

Nach der Pause belohnte sich Rapid dann doch noch: Andreas Weimann traf nach starker Vorarbeit von Daniel Nunoo zu seinem ersten Tor im Rapid-Dress. Auch danach blieb Rapid strukturiert, ließ wenig zu und hatte durch Bolla sogar die große Chance auf das 2:0. Genau diese fehlende Konsequenz rächte sich. Zurückziehen, auch mal einen knappen, vielleicht sogar dreckigen Sieg irgendwie über die Zeit bringen? Das geht sich bei Rapid (noch) nicht aus. Ein der wenigen Unsicherheiten in der Rapid-Abwehr nutzte Massombo weitgehend unbedrängt per Kopf aus. Kurz darauf sah Rapid-Verteidiger Schöller auch noch Rot. 

So wurde aus dem Fixplatz in den Top 6 fast noch eine Niederlage, doch am Ende stand das 1:1. „Es ist sehr enttäuschend, dass es nicht gelungen ist, das zweite Tor zu erzielen“, sagte Hoff Thorup. Verständlich. Am kommenden Wochenende erwartet die Hütteldorfer damit eine Zitterpartie um die Top 6. Dass sie dabei ausgerechnet zu Hause gegen Salzburg wohl unbedingt punkten müssen, macht die Sache nicht leichter. 

 

FLOP – Salzburg stößt sich an Hartberger Mauer die Hörner ab

Apropos Salzburg: 80 Prozent Ballbesitz, klare Feldüberlegenheit und trotzdem nur ein 0:0. Red Bull Salzburg fand gegen die kompakt verteidigenden Hartberger kein Durchkommen und ließ im Titelrennen zwei Punkte liegen. Von Beginn an drückten die „Bullen“ aufs Tempo, schnürten den Gegner in dessen Hälfte ein und kamen zu ersten Halbchancen. Doch je länger die Partie dauerte, desto klarer wurde das Bild: viel Kontrolle, wenig Durchschlagskraft. Hartberg stand tief, verteidigte diszipliniert und warf sich in jeden Ball.

„Der letzte Ball war zu wenig genau“, analysierte Trainer Daniel Beichler. Trotz vieler kreativer Ansätze über die Flügel fehlte der „brutale Killerinstinkt in der Box“. Hochkarätige Chancen blieben Mangelware. Auf der anderen Seite hatte Hartberg bei einem Stangenschuss von Pazourek sogar die größte Möglichkeit auf einen Treffer.

Für die Steirer war es der erste Punktgewinn in Salzburg überhaupt – und das sechste Spiel in Folge mit Zählbarem. Während Hartberg damit große Schritte Richtung Meistergruppe macht, zeigte Salzburg, dass Dominanz allein manchmal nicht reicht. 

 

TOP – Dreifacher Frederiksen lässt WSG jubeln

Wenn es eng wird, brauchst du einen Unterschiedsspieler. Nicolai Baden Frederiksen war in Linz genau das. Mit einem Triplepack führte der Däne die WSG Tirol zu einem enorm wichtigen 3:2-Erfolg bei Blau-Weiß, verschaffte den Tirolern weiter Luft nach unten und wahrte damit sogar die kleine Chance auf die Meistergruppe.

Der 25-Jährige traf zweimal per Freistoß und legte kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Vollspannschuss ins Kreuzeck nach. Blau-Weiß hielt allerdings dagegen. Per Fallrückzieher traf Maier zum zwischenzeitlichen 1:1. Kurz nach Wiederbeginn verkürzte Simon Seidl auf 2:3. Doch die WSG blieb stabil genug, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen. „Es war geprägt von viel Kampf, hoher Intensität und vielen Kleinigkeiten“, sagte Trainer Philipp Semlic und genau diese 50:50-Situationen entschieden die Partie.

 

 

Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen hat sich die WSG nicht nur vom Tabellenende distanziert, sondern auch eine kleine Chance auf einen Platz in der Meistergruppe bewahrt. Zwei Punkte fehlen auf Rapid. Vieles muss zusammenpassen aber die Tiroler sind weiterhin im Geschäft.