Vom übermächtigen FC Arsenal zum Bundesliga-Schlusslicht Heidenheim, aus dem Norden Londons auf die Ostalb - der harte, wenig glamouröse Kontrast stellt für die Werkself die Basis dar, um auch in der neuen Saison wieder Nächte auf Europas größter Fußballbühne erleben zu dürfen.
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"Wir sind enttäuscht", gab Trainer Kasper Hjulmand nach dem Achtelfinal-Aus beim vielleicht größten Titelfavoriten zu, doch Duelle, wie diese mit den gnadenlosen Gunners, seien zugleich "eine Motivation" für den Endspurt in der Bundesliga. Und dieser führt die zuletzt so wankelmütige Werkself am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ausgerechnet nach Heidenheim.
Leverkusen ohne "Sahnetag" gegen Arsenal
Die Liga, in der die erneute Qualifikation in Gefahr ist, sei nun "das Allerwichtigste", meinte Torhüter Janis Blaswich, der beim 0:2 (0:1) im Rückspiel eine höhere Pleite verhindert hatte. "So ein Wettbewerb" wie die Champions League, "da wollen wir nächste Saison wieder dabei sein. Weil die Spiele sind schon sehr geil." Bayer müsse "einfach Punkte holen". Egal wie.
Lange schlugen sich die Rheinländer jedenfalls nicht mit dem geplatzten Traum vom ersten Viertelfinale seit 2002 herum. Zu dominant war Arsenal aufgetreten, zu mutlos agierten die Leverkusener. "Uns ist einfach zu wenig gelungen", analysierte Blaswich, der sich nach dem Remis im Hinspiel (1:1) durchaus noch etwas ausgerechnet hatte. "Diesen Sahnetag, den du gegen Arsenal brauchst", ergänzte er jedoch, "hatten wir einfach nicht."
Zu den besten Mannschaften des Kontinents, das wurde laut Hjulmand im Emirates Stadium deutlich, fehle Leverkusen "noch ein Stück". Um den Abstand auf Europas Elite zu verkleinern und vielleicht auch die jüngste Meister-Ansage von Bayer-Boss Fernando Carro ("2028 oder 2029") zu erfüllen, brauche es Zeit, harte Arbeit und Spiele auf diesem Niveau. Toptalente wie Ibrahim Maza, Christian Kofane oder Montrell Culbreath sammelten in dieser Saison immerhin schon wichtige Erfahrungen.
Nicht nur aus finanzieller Sicht bleibt das Erreichen der Königsklasse daher das große Ziel der Bayer-Verantwortlichen. Oder? Ob ein Jahr in der Europa League ein Rückschritt in der Entwicklung der neuen Mannschaft sei, wisse er nicht, sagte Hjulmand. Unter Xabi Alonso habe Leverkusen im Meisterjahr 2024 ja auch im "kleinen" Europacup gespielt. "Und das war gut für die Bundesliga", sagte der Däne schmunzelnd.
Blaswich: Bayer muss "angreifen"
Dennoch versicherte Hjulmand, dass er wirklich "alles, alles" geben werde, um die fünf Punkte Rückstand auf Platz vier aufzuholen. Der Bayer-Coach erwartet einen "dogfight", einen erbitterten Kampf um die Königsklasse. Vermutlich schon in Heidenheim, beim abgeschlagenen Schlusslicht.
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"Auf die Tabelle brauchen wir gar nicht schauen", sagte Blaswich: "Dort ist es immer gefährlich." Bayer, forderte er, müsse jetzt "angreifen".
