Bayrische Dominanz trifft Werkself-Dilemma: Topspiel unter speziellen Vorzeichen

Luis DIaz im Zweikampf mit Jarell Quansah.
Luis DIaz im Zweikampf mit Jarell Quansah.ČTK / imago sportfotodienst / osnapix / Michael Titgemeyer

Vincent Kompany schmunzelte sichtlich vergnügt über seinen ungewollten Status als "Aura"-Held. "Wenn du das nicht sagst, bekomme ich das nicht mit", meinte der Trainer von Bayern München vor dem Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen gut gelaunt zu entsprechenden Videos aus den Sozialen Medien: "Und ich versuche alles dafür, es nicht mitzubekommen."

Es herrscht die große Leichtigkeit an der Säbener Straße, Kompany hat auch Zeit für eher abseitige Themen. Anspannung oder gar ein Funken Nervosität waren vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) so gar nicht zu spüren.

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Bayern München ist an der Tabellenspitze enteilt.
Bayern München ist an der Tabellenspitze enteilt.Flashscore

Kein Wunder, geht der Rekordmeister angesichts von elf Punkten Vorsprung in der Liga und eines 6:1-Polsters auf Atalanta Bergamo vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League doch mit einer maximal komfortablen Ausgangsposition in das Duell, das im Gegensatz zu den Vorjahren kein echtes Spitzenspiel mehr ist.

Ulreich steht im Tor

"Wir dürfen keine Spannung verlieren", sagte Kompany, der ohne Ergebnisdruck und mit viel Rücksicht auf das Befinden seiner teils angeschlagenen oder verletzten Topstars in die Matchplanung gehen kann. Diese sieht Sven Ulreich nach den Ausfällen von Manuel Neuer und Jonas Urbig im Tor vor.

"Wir haben nicht einmal gezuckt, nicht eine Sekunde. Wir wissen, dass er es so gut macht wie die anderen beiden", sagte Sportvorstand Max Eberl. Zudem könnte Torgarant Harry Kane nach einer vollen Trainingswoche wieder in die Startelf rotieren, sofern er den Daumen hebt. Druck gibt's da nicht.

"Drei Topspiele in kurzer Zeit"

Bei Bayer ist die Situation dagegen komplett anders, Trainer Kasper Hjulmand steht gar vor einem echten Dilemma. Zumindest einige Topspieler könnten im Hinblick auf das Königsklassen-Rückspiel gegen den FC Arsenal am Dienstag nach dem 1:1 in Leverkusen eine Pause brauchen.

Anders als der dominante Gegner kann sich die Werkself dies aber eigentlich nicht leisten – als Tabellensechster mit drei Punkten Rückstand laufen die Rheinländer ihrem Minimalziel Rang vier hinterher. Und die Kadertiefe gibt eine echte Rotation auf höchstem Niveau eher nicht her.

"Drei Topspiele in so kurzer Zeit hatte ich auch noch nicht", sagte Robert Andrich: "So ist das Leben. Diese Woche drei Bretter – das trifft es ganz gut." Dennoch freue er sich auf die Bayern.

Leverkusen hat etwas zu beweisen. Der Klub, der 2024 die Münchner Meisterserie durchbrochen hatte, erweist sich bislang in dieser Bundesliga-Saison als recht zahnlos gegen hochkarätige Gegner. Bayer verlor gegen die Spitzenmannschaften fünf der bisher sechs Partien, einzig in Leipzig gelang kurz vor Weihnachten ein 3:1-Sieg.

Gegen den FC Bayern mitsamt Kompanys Aura dürfte es nochmal ungleich schwerer werden.