Bundesliga Top XI – 26. Spieltag

TW - Matheo Raab (Union Berlin)
Was für ein Einstand! Matheo Raab musste 27 Jahre und bis zum 26. Spieltag dieser Saison auf sein Bundesliga-Debüt warten, und dann ging es mit Union direkt in die "Festung" Europa-Park Stadion. Während Freiburg seit 16 Heimspielen ungeschlagen war, dachte sich Raab: "Nicht mit mir."
Mit einer tollen Flugparade kurz vor Schluss gegen einen Schlenzer von Jan-Niklas Beste brachte er die Freiburger Offensive zur Verzweiflung und sicherte den Eisernen den knappen 1:0-Sieg. Auch wenn die Hand nach einem Zweikampf mit SCF-Verteidiger Bruno Ogbus stark lädiert war, hatte Raab im Interview nach der Partie Freudentränen in den Augen.
LIV - Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund)
Im Schlotterbeck-Duell gegen Bruder Keven behielt Nico nicht nur die Oberhand, sondern lieferte eine regelrechte Masterclass ab. Mit einer Zweikampfquote, die an Unhöflichkeit grenzte, und chirurgisch präzisen Diagonalbällen war er der Architekt des Dortmunder 2:0-Sieges gegen Augsburg. Sein Rating von 8,9 unterstreicht, dass er aktuell wohl der kompletteste Innenverteidiger der Liga ist.
IV - Konstantinos Koulierakis (VfL Wolfsburg)
In Sinsheim war der Grieche der Fels in der Brandung. Koulierakis bewies beim 1:1 gegen Hoffenheim einmal mehr, dass er über die nötige Mentalität verfügt, um die häufig blutleere Wolfsburger Mannschaft wiederzubeleben: In der 64. Minute stieg er nach einer Ecke am höchsten und wuchtete den Ball zur Führung in die Maschen.
RIV - Luca Reggiani (Borussia Dortmund)
Vom Tränen-Debüt zum Torschützen: Der erst 18-jährige Reggiani schreibt beim BVB gerade sein eigenes Märchen. In seinem erst dritten Startelf-Einsatz krönte er seine abgeklärte Leistung gegen Augsburg mit seinem ersten Profitor. Nach einer Ecke von Ryerson stand das Juwel genau verlängerte den Ball zum 2:0-Endstand in die Maschen. Seine fast kindliche Freude nach dem Treffer ließ sicher nicht nur BVB-Fans weich werden.
LM - Jean-Matteo Bahoya (Eintracht Frankfurt)
Während das Spiel gegen Heidenheim insgesamt eher schwere Kost war, sorgte Bahoya auf dem Flügel für die nötigen Farbtupfer. Seine Dribblings waren einer der wenigen Gründe, warum die Frankfurter Fans nicht vorzeitig in den Pausen-Modus schalteten. Er riss die Lücken, in die seine Kollegen später stießen, und bewies einmal mehr, dass er einer der großen Gewinner unter Trainer Albert Riera ist.
ZM - Angelo Stiller (VfB Stuttgart)
Zum Spieltagsabschluss am Sonntagabend gewann der VfB Stuttgart das Verfolgerduell gegen RB Leipzig. (Ex-)Nationalspieler Angelo Stiller war der überragende Mann auf dem Platz und zog einmal mehr im Mittelfeld die Fäden: 50 seiner 58 Pässe kamen an, dazu hatte er mit 83 die mit Abstand meisten Ballberührungen aller Spieler auf dem Feld.
ZM - Philipp Sander (Borussia Mönchengladbach)
Sander ist der Inbegriff des Schweizer Taschenmessers. Gegen St. Pauli musste er aufgrund von Personalnöten in einer ungewohnten defensiven Rolle ran und löste das mit einer Ruhe, die fast schon beängstigend war. Er dirigierte den Spielaufbau aus der Tiefe und sorgte dafür, dass Gladbach beim 2:0 hinten so gut wie nichts anbrennen ließ. Ein taktisch fast perfekter Auftritt des Ex-Kielers.
RM - Paul Nebel (Mainz 05)
Wer in der 5. Minute im Weserstadion trifft, darf sich "Frühaufsteher des Wochenendes" nennen. Paul Nebel legte mit seinem frühen Tor den Grundstein für den wichtigen Mainzer Auswärtssieg. Er war der "Man of the Match", kurbelte das Spiel unermüdlich an und konnte den verletzt ausfallenden Regisseur Nadiem Amiri für den Moment fast vergessen machen.
LA - Bazoumana Touré (TSG Hoffenheim)
Der Mann für die entscheidenden Momente! Gegen Wolfsburg bewies Touré einmal mehr sein Auge für den Mitspieler. Als Hoffenheim spät auf den Ausgleich drängte, behielt er im Strafraum-Chaos die Übersicht und legte maßgeschneidert für Grischa Prömel auf. Sein Assist rettete der TSG den Punkt und verhinderte eine bittere Heimniederlage.
ST - Deniz Undav (VfB Stuttgart)
Ähnlich wie Teamkollege Stiller zeigt auch Deniz Undav Woche für Woche, dass er Topleistungen abrufen kann. Am Sonntagabend entschied er nach einem Torwartfehler des Leipzigers Vandevoordt eiskalt das Spiel mit seinem Siegtor zum 1:0 für den VfB. In dieser Form muss Undav auch im Sommer bei der Weltmeisterschaft für Deutschland dabei sein.
RA - Karim Adeyemi (Borussia Dortmund)
Adeyemi ist zurück in der Spur. Gegen Augsburg nutzte er seinen Turbo bereits in der 13. Minute und sorgte für die frühe Beruhigung im Signal Iduna Park. Neben seinem Tor war er ein ständiger Unruheherd und zwang die Augsburger Defensive zu Dauerläufen, die diese mürbe machte. So will man den ehemaligen deutschen Nationalspieler in Dortmund immer sehen: Schnell, torgefährlich und mit viel Spielfreude.
