Cramer betonte, dass er Meinungsfreiheit "in Ordnung" fände - aber: "Spieler im Trikot von Borussia Dortmund verdienen mit Betreten des Rasens Unterstützung", sagte er: "Wir sind eine Gemeinschaft. Wir haben zusammen einen Vertrag unterschrieben." Für Pfiffe "gibt es überhaupt keinen Grund".
Match-Center: Borussia Dortmund vs. Bayer Leverkusen
Trainer Niko Kovac fand ähnliche Worte. "Natürlich geht sowas nicht, wir sind alles Borussen, jeder einzelne Spieler braucht die Unterstützung der Fans", sagte er bei DAZN: "Wir sind eine Gemeinschaft, wir wollen Erfolg haben. Jeder kann seine Enttäuschung äußern, aber als Team sollten wir zusammenhalten."
Auch Schlotterbecks Defensivkollege Waldemar Anton hatte kein Verständnis. "Keiner hat es verdient, ausgepfiffen zu werden. Das sind Dinge, die überhaupt nicht funktionieren", sagte er bei DAZN: "Das schadet uns als Mannschaft, das muss jeder auf der Tribüne wissen. Das können wir als Mannschaft überhaupt nicht akzeptieren, das ist ein Unding, meiner Meinung nach."
"Medaille" mit "zwei Seiten"
Der BVB hatte am Freitag nach zähem Ringen die Vertragsverlängerung mit Schlotterbeck bis 2031 verkündet. Laut Medienberichten erhält der Vertrag jedoch eine Ausstiegsklausel für bestimmte Vereine, welche wohl bereits in diesem Sommer genutzt werden könnte. Er wisse davon nichts, sagte Kovac. "Ich kenne ja nicht mal meinen Vertrag so richtig", fügte er lächelnd hinzu, dafür habe er einen Berater.
Cramer war es wichtig, neben der Kritik auch ein Lob für die Fans auszusprechen. Wegen eines medizinischen Notfalls, bei dem eine Person im Stadion reanimiert werden musste, hatten die Fans beider Teams die lautstarke Unterstützung eingestellt. Diese Reaktion des Publikums sei "bärenstark" gewesen, so Cramer, aber: "Die Medaille hat heute zwei Seiten."
