Lukas Kwasniok versuchte sich nach der neuerlichen Niederlage mit dem 1. FC Köln zu beherrschen - vergeblich. "Man sagt ja immer, dass beim VAR oder im Keller geschlafen wird, wenn man so Situationen nicht sieht. Aber aktuell ist offensichtlich auch der liebe Gott im Tiefschlaf", klagte der Trainer nach dem bitteren 1:2 (0:1) gegen Borussia Dortmund. "Irgendwie meint er es nicht ganz so gut mit uns. Deshalb gehen wir leider traurig nach Hause."
Match-Center: Köln vs. Dortmund
Handspiel führt zu keinem Elfmeter
Weniger die anhaltende Ergebniskrise und größer werdende Abstiegssorgen sorgten für Ärger, sondern viel mehr ein ausgebliebener Elfmeterpfiff in letzter Sekunde. Kwasnioks Zorn entsprang der fünften Minute der Nachspielzeit.

Ein Handspiel von BVB-Verteidiger Yan Couto blieb ungeahndet, das Happy End der Kölner Aufholjagd in Unterzahl gelang nicht. Trotz aufmüpfiger Leistung steht Köln erneut ohne Punkte da. Für Kwasniok folgen wegweisende Spielen gegen die direkten Konkurrenten Hamburger SV (14. März) und Borussia Mönchengladbach (21. März).

Stadionsprecher sorgt für zusätzlichen Wirbel
Doch zunächst machten alle Beteiligten ihrer Wut Luft, darunter auch Stadionsprecher Michael Trippel. "Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunders und das guckt sich noch nicht mal einer an", fluchte der 71-Jährige kurz nach Schlusspfiff über die Lautsprecher. Die Kölner Südkurve reagierte mit einem Pfeifkonzert in Richtung des Schiedsrichters Daniel Siebert.
Der Unparteiische hatte schon bei der Roten Karte gegen FC-Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey (45.+2) einen abfälligen Kommentar zu hören bekommen.
"Pfui, widerlich", schimpfte Trippel. Worte, die auch in den eigenen Reihen Kritik hervorriefen. "Das gefällt mir nicht", sagte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler und kündigte ein klärendes Gespräch an.
Kwasniok verliert sein Vertrauen nicht
Dass der Aufsteiger in Unterzahl nach dem Zwei-Tore-Rückstand noch einmal zurückkam, brachte unterdessen Zuversicht. Nach den Treffern von Serhou Guirassy (16.) und Nationalspieler Maximilian Beier (60.) sorgte Kölns Jakub Kaminski (88.) für eine spannende Schlussphase. Das mache die Mannschaft aus, sagte Kapitän Marvin Schwäbe: "Wir wollen immer alles raushauen."
Nur: Der meist große Aufwand bringt dem FC bislang zu selten den gewünschten Ertrag. "Die Mannschaft ist unverwüstlich", sagte Kwasniok: "Auch wenn der eine oder andere das vielleicht nicht mehr hören will oder kann – wir werden das Ding drehen."

