Nach dem kaltschnäuzigen Auftritt im Berliner Eisschrank war Nico Schlotterbeck heiß auf die Bayern-Jagd. Natürlich sei der Rekordmeister aktuell "fast unschlagbar", gab der Nationalspieler zu, doch die jüngste Pleite des so lange unbezwingbar wirkenden Spitzenreiters nährte zarte Hoffnungen bei Borussia Dortmund auf ein spannendes Meisterrennen.
"So lange wie möglich dranzubleiben"
"Ich will einfach nicht, dass es im März entschieden ist. Da heißt es, so lange wie möglich dranzubleiben. Vielleicht kommen sie irgendwann ins Straucheln, sie kommen auch noch zu uns. Wenn sie Fehler machen, wollen wir da sein", sagte Schlotterbeck bei Sky nach dem 3:0 (1:0)-Sieg bei Union Berlin. Da Bayern München zuvor gegen den FC Augsburg (1:2) seine erste Liga-Niederlage kassiert hatte, schmolz der Rückstand des BVB auf "nur" acht Punkte.
Sollten es irgendwann einmal "vier oder fünf Punkte" sein, so Schlotterbeck, "kommen sie auch ins Überlegen". Am 28. Februar steht das direkte Duell im Signal Iduna Park an. Grundsätzlich, so befand auch Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, sei es "ein gutes Zeichen für die Bundesliga, dass die Bayern jetzt nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Bundesliga mal verloren haben. Das ist das Zeichen: Sie sind auch schlagbar. Aber am Ende müssen wir auf uns gucken."
Zum Match-Center: Union Berlin vs. Borussia Dortmund
"Richtig starke Reaktion" auf Spurs-Debakel
Immerhin sind die Bayern dann doch noch ein gutes Stück entfernt, während die Verfolger TSG Hoffenheim und RB Leipzig durch ihre ausstehenden Nachholspiele noch auf drei beziehungsweise vier Zähler an den zweitplatzierten BVB (42 Punkte) heranrücken können. "Den Platz wollen wir natürlich verteidigen. Das, was wir haben, wollen wir nicht mehr hergeben", sagte Ricken. Mit dem zwölften Ligaspiel ohne Niederlage in Folge untermauerte Dortmund diesen Anspruch – und betrieb Wiedergutmachung.
Die seriöse und hocheffiziente Vorstellung bei Minusgraden in Berlin, bei der Emre Can (10./Foulelfmeter), Schlotterbeck (54.) und Maximilian Beier (84.) trafen, sei eine "richtig starke Reaktion" auf das ernüchternde 0:2 in der Champions League vom vergangenen Dienstag bei Tottenham Hotspur gewesen, so Ricken. Gleichzeitig gehen die Dortmunder mit einem guten Gefühl in das Finale der Ligaphase der Königsklasse am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) gegen Inter Mailand.

"Wir müssen jetzt scharf bleiben", forderte Ricken, eine Leistung wie in Köpenick müsse der BVB "letztlich in jedem Spiel abliefern". Mit Inter warte laut Schlotterbeck eine "eklige italienische Mannschaft" auf sein Team, Trainer Niko Kovac gab sich kämpferisch: "Wenn wir zuhause mit unseren Fans im Rücken spielen, können wir jedes Team in der Champions League schlagen."
Rechnerisch ist für den BVB in der Königsklasse fast noch alles möglich. Und in der Liga?
Zum Match-Center: Borussia Dortmund vs. Inter Mailand
