Niemand steht in der Tabelle der Fußball-Bundesliga einsamer da als Borussia Dortmund. Nach der bitteren Niederlage im Gipfeltreffen mit dem FC Bayern (2:3) fehlen elf Punkte auf den Tabellenführer aus München, der Rekordmeister wird seine Trophäensammlung schon bald erweitern dürfen.
Anders sieht die Lage beim BVB aus. Acht Punkte Vorsprunge auf das drittplatzierte Hoffenheim versprechen einen recht gemütlichen Saisonausklang – zumal man im DFB-Pokal und in der UEFA Champions League bereits ausgeschieden ist.
Trainer Niko Kovac betont vor dem Top-Spiel beim 1. FC Köln (Samstag, 18:30 Uhr) aber: "Wir haben Ziele!" Der Kroate möchte möglichst rasch "die Ziellinie überschreiten" und die erneute Qualifikation zur Königsklasse auch rechnerisch klar machen. Langweile kommt also nicht auf – obwohl sämtliche Titelträume in dieser Saison bereits geplatzt sind.

Intensive Kaderplanung
Und wie sieht es mit der kommenden Spielzeit aus? Der Kader wird sich verändern – so viel steht fest. Großverdiener Niklas Süle (bis zu 14 Millionen Euro Jahresgehalt) soll den Verein verlassen. Kapitän Emre Can leidet an einem Kreuzbandriss, dennoch ist davon auszugehen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag bald verlängert wird.

Und was ist eigentlich mit Nico Schlotterbeck? Sein Torjubel am Wochenende mit den Fans lässt 100-prozentige Identifikation vermuten – andererseits will der Nationalspieler "irgendwann auch einmal was in der Hand halten", wie er zuletzt erneut betont hat. Das geht anderswo vermutlich besser. Sein einziger Profi-Titel? Der Sieg bei der U21-EM 2021.
Die Dortmunder werden sich für Schlotterbeck, dessen Arbeitspapier 2027 ausläuft, finanziell bis zur Decke strecken. "Wir sind dabei, es gibt noch keine Entscheidung", sagt Sportchef Lars Ricken: "Das ist ja eine ganz entscheidende Sache für seine Karriere. Das braucht ein bisschen Zeit."

Keinen Vertrag über das Saisonende hinaus besitzen Julian Brandt (Verlängerung wahrscheinlich) und Salih Özcan (Trennung steht bevor). Ins letzte Vertragsjahr gehen im Sommer Karim Adeyemi, Marcel Sabitzer und Ramy Bensebaini: Es stehen einige Grundsatzentscheidungen ins Haus. Mit dem Druck, dass der BVB zuletzt einräumte, durch das frühe Champions-League-Aus ein deutliches Jahresminus zu erwarten.
