Ann-Katrin Berger genoss ein wenig Zeit mit ihren Liebsten, Vivien Endemann entspannte im Café, während sich Janina Minge mit Freundinnen durch Frankfurt treiben ließ. Die deutschen Fußballerinnen sammelten an ihrem freien Tag auf ganz unterschiedliche Art und Weise noch einmal alle Kräfte für den Jahresauftakt. Denn in der WM-Qualifikation erwartet Bundestrainer Christian Wück den nächsten Schritt von seiner Mannschaft - und das ohne Klara Bühl.
Die Offensivspielerin des FC Bayern erlitt beim Training am Sonntagvormittag eine muskuläre Verletzung und reiste für weitere Untersuchungen nach München. Auf eine Nachnominierung verzichtet Wück vorerst. Der 52-Jährige sucht nach einer internen Lösung, schließlich konnte er seine Spielerinnen in den vergangenen Tagen intensiv beobachten.
Dass er dafür mehr Zeit als sonst zur Verfügung hat, kommt dem 52-Jährigen dabei sehr gelegen. "Ich bin natürlich erst mal froh, dass ich die Spielerinnen über so einen langen Zeitraum habe", erklärte Wück vor dem ersten Duell mit Slowenien am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Dresden mit Blick auf die lange Abstellungsperiode.
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Am vergangenen Dienstag waren die Nationalspielerinnen in Frankfurt bereits zusammengekommen, vor dem Bundesliga-Restart am 13. März steht noch das WM-Qualifikationsspiel in Norwegen am kommenden Samstag (18.00 Uhr/ZDF-Livestream) an. Das biete Raum für "die ein oder andere Trainingssession mehr", sagte Wück, der mit seiner Mannschaft "noch mehr in die Inhalte" gehen könne, "nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz".
Zum Match-Center: Norwegen vs. Deutschland
Das Ziel ist der Gruppensieg
Gute Voraussetzungen also für die WM-Mission 2027. Das direkte Ticket für die Endrunde in Brasilien löst das DFB-Team nur als Gruppensieger, dritter Gegner in der Quali-Gruppe A4 ist Österreich. Den Auftakt gegen Slowenien will Wück dabei auf keinen Fall unterschätzen. "Das wird nicht einfach, weil wir wenig Räume bekommen werden", erklärte der Bundestrainer, der mit seiner Mannschaft Fortschritte machen will.
"Wir möchten die Überzeugung reinbekommen, dass wir mit unserer Spielweise bestehen können. Egal gegen wen, egal wo, egal wann", betonte Wück. Auch gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Slowenien wolle er sehen, "dass wir zu 100 Prozent auf dem Platz sind" und "zu 100 Prozent unsere Identität zeigen". Das sei mit Blick auf die Mentalität nicht einfach, aber "da werden wir schon einiges von der Mannschaft erwarten".

Hochmotiviert trotz einigen Ausfällen
Die Spielerinnen sind jedenfalls so kurz vor dem Start "alle hochmotiviert", wie Kapitänin Giulia Gwinn versicherte: "Wir haben ein großes Ziel vor Augen. Es ist immer cool, wenn es Spiele sind, in denen es um etwas geht." Auch bei Lea Schüller herrscht die "pure Freude". Die Stürmerin, die zuletzt im Formtief steckte, dürfte nach ihrer "Winterflucht" von Bayern München zu Manchester United besonders im Fokus stehen. Zumal Selina Cerci (TSG Hoffenheim) verletzungsbedingt kurzfristig absagen musste.
Auch auf Abwehrspielerin Sophia Kleinherne (VfL Wolfsburg) muss Wück verzichten. In Jella Veit (Eintracht Frankfurt) und Larissa Mühlhaus (Werder Bremen) erhalten nun zwei U23-Spielerinnen die Chance, sich im Kreis der A-Nationalmannschaft zu beweisen.
