Schließlich droht ihr womöglich auch für die Weltmeisterschaft eine Sperre, weil der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit Anfang Juni mögliche Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen prüft. "Laura ist spielberechtigt", sagte DFB-Sportdirektorin Nia Kürzer knapp: "Sie hat mit sportlichen Leistungen überzeugt, und deshalb ist sie dabei." Freigang soll es dreimal innerhalb eines Jahres versäumt haben, ihren aktuellen Aufenthaltsort für den Fall von Dopingkontrollen korrekt anzugeben.
Das Verfahren läuft. Davon unbeeindruckt legte die 28-Jährige bei Eintracht Frankfurt einen starken Saisonstart hin. Wettbewerbsübergreifend gelangen ihr sieben Tore in zehn Spielen, die Torjägerinnenliste der Bundesliga führt sie mit vier Treffern an. "Ihre Leistung im Verein hat sich verändert", begründete Wück sein Umdenken seit dem Abschluss der WM-Qualifikation ohne Freigang. Ihr "Auftreten" und die "Präsenz" auf dem Platz hätten sich gewandelt.
Sonderlob für Debütantin Baum
Und der Bundestrainer will beim WM-Testlauf mit den Heimspielen in Karlsruhe gegen Australien (9. Oktober/20.30 Uhr) und in Bremen gegen Japan (13. Oktober/17.45 Uhr) eben seine potenziell besten Spielerinnen dabei haben. "Das werden Spiele auf ganz hohem Niveau. Sie werden uns auf ganz andere Art und Weise fordern als europäische Teams", betonte Wück. Darauf wolle er seine Mannschaft mit Blick auf die Titeljagd in Brasilien (24. Juni bis 25. Juli) vorbereiten.
Zum Match-Center: Deutschland vs. Australien
Eine erste Bewährungschance erhält Offensiv-Youngster Lisa Baum (19) vom FC Arsenal. "Sie zeigt, dass ihr junges Alter und ihre Unbekümmertheit kein Widerspruch zu guten Leistungen sind, im Gegenteil", schwärmte Wück. Zurück im Kader sind zudem Bibiane Schulze Solano, Franziska Kett, Cora Zicai sowie Laura Dick als Ersatztorhüterin - für Berger, die in der heißen Phase der US-Saison "in Absprache" pausiert.
In der Abwehr fällt das erfahrene Duo Kathrin Hendrich und Rebecca Knaak verletzt aus, im Sturm befindet sich Nicole Anyomi noch im Aufbautraining. Elf Spielerinnen des 24-köpfigen Kaders sind bei ausländischen Klubs aktiv. "Ich will nicht sagen, dass ich Sorgen habe", so Künzer: "Aber wir haben große Herausforderungen in der Liga. Es wäre wünschenswert für die Strahlkraft, wenn wir deutsche Talente und Nationalspielerinnen in der Bundesliga halten könnten."
Letzten Endes gehe es um "Spielzeit", betonte Wück mit Blick auf einige derzeit nur sporadisch zum Einsatz kommende Spielerinnen: "Das ist nicht nur im Ausland so. Sie müssen ihre Trainer in den Vereinen überzeugen." So wie es Laura Freigang zuletzt eben auch wieder beim Bundestrainer geschafft hat.
