Das Reden übernahmen andere, Torhüter Gregor Kobel etwa, der nach Guirassys Treffer über den gesamten Platz gestürmt war, um dem 29-Jährigen zu gratulieren. Jetzt müsse er zwar in die Eistonne, aber das nehme er gerne in Kauf, sagte der Schweizer lächelnd und schob dann etwas ernster hinterher: "Ich freue mich extrem für ihn. Jeder weiß, wenn du als Stürmer auf dein Tor wartest und es von Spiel zu Spiel so weitergeht, dann ist es kacke." Schließlich sei Guirassy "gewohnt, Tore wie am Fließband zu machen".
Zum Match-Center: Borussia Dortmund vs. Werder Bremen
Trainer Niko Kovac hatte Guirassy zunächst draußen gelassen - mit einer klaren Idee. "Vielleicht ist es gut, auch mal von der Bank zu kommen. Auch, damit der Ballast so ein bisschen abgeworfen wird", sagte der Coach und behielt Recht. Guirassy (83.) traf nach seiner Einwechslung. In der zweiten Halbzeit sei "oft mehr Platz", so Kovac: "Und natürlich war es auch ein wenig Glück, das er in den letzten Spielen in der Hinrunde aber nicht hatte. Hoffentlich kommt das in der Rückrunde wieder öfter."
Kehl als Kandidat beim HSV?
Im Trubel um Guirassy ging es fast unter, dass Sportdirektor Sebastian Kehl entgegen seiner Gewohnheit keinerlei Interview gab. "Ich habe nichts zu sagen", rief er nur, als er das Stadion verließ. Doch Aussagen des Sportdirektors zu seiner Zukunft wären an diesem Abend durchaus interessant gewesen.
Laut Sky ist Kehl ein möglicher Kandidat beim Hamburger SV für die Nachfolge des freigestellten Sport-Geschäftsführers Stefan Kuntz. "Wir wissen davon nichts", stellte Dortmunds Geschäftsführer Lars Ricken am DAZN-Mikrofon klar: "Es ist in keiner Weise jemand an uns herangetreten." Und die Gedankenspiele der HSV-Verantwortlichen seien ihm unbekannt.
Kehls Vertrag in Dortmund läuft bis 2027, seit 2002 ist er beim BVB. Zunächst als Spieler, später im Management. Doch der Weg an die Spitze ist für ihn faktisch verbaut, seit Ricken im Mai 2024 zum Nachfolger von Hans-Joachim Watzke bestimmt wurde. Um selbst Chef zu sein, müsste Kehl wohl den Klub wechseln. Sky betonte, dass es "unklar" sei, "ob sich der in Dortmund nicht immer unumstrittene Kehl in der aktuellen BVB-Führungskonstellation weiterhin gut aufgehoben fühlt."
Für die Dortmunder sei das "gerade 0,0 ein Thema", betonte Ricken: "Wir sind gerade zusammen mit Sebastian mitten in einer Transferphase. Wir planen gemeinsam auch schon für den Sommer den Kader."
