Für den 56-Jährigen ist es in der aktuellen Gemengelage gar nicht leicht, den richtigen Ton zu setzen. Steffen erreichen zunehmend kritische Stimmen zu seiner alles andere als leichten Arbeit, wenig glückliche Manöver der sportlichen Leitung erschweren zusätzlich die Außendarstellung. Die Hanseaten brauchen aus dem Freitagabendspiel gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr/Sky) dringend ein positives Signal.
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Es herrsche die Zuversicht, "dass wir das gegen Frankfurt umdrehen können", sagte dann auch Steffen, der mit den Grün-Weißen seit sechs Spielen ohne Sieg ist und in der Tabelle gefährlich nah an die Abstiegszone zu rutschen droht. Hinzu kommen Berichte mit wenig schmeichelhaften Überschriften. "Die Stimmung ist im Keller", titelte die Kreiszeitung Syke. "Werder droht Kabinen-Brand", druckte die Bild. Beobachtungen, die Steffen nicht teilt.
Steffen versprüht Positivität
"Ich sehe die Mannschaft jeden Tag. Und da ist eine Stimmung in der Kabine und auf dem Trainingsplatz, die gut ist", sagte er zur generellen Arbeitsatmosphäre, die aktuell von den fehlenden Ergebnissen eingefärbt sei: "Ich tausche mich aus mit den Jungs. Wir gehen zusammen da durch. Das ist die Botschaft, die hier rausgehen darf."
Dennoch verströmt Werder dieser Tage nicht gerade Aufbruchstimmung - ein Eindruck, der auch abseits des Rasens entsteht. Der wirklich schlecht gelaufene Versuch mit Victor Boniface, der wegen einer Knieblessur nicht mehr für die Grün-Weißen spielen wird, hellt die Stimmung der Werder-Fans nicht gerade auf.
Fritz-Versäumnis sorgt für Kopfschütteln
Hinzu kommt ein erstaunliches Versäumnis der sportlichen Leitung: Wie Geschäftsführer Clemens Fritz am Dienstag zugab, hatte Werder fälschlicherweise geglaubt, keinen weiteren Spieler ausleihen zu dürfen. "Es gab in diesem Punkt bei uns zuvor ein internes, kommunikatives Missverständnis, über das wir gestolpert sind", sagte der Ex-Nationalspieler der "Deichstube". Erst ein Hinweise des Portals Transfermarkt.de klärte die Werder-Führung auf.
Diese ist auch mit Blick auf Transfers weiter im Fokus. Mit Jovan Milosevic vom VfB Stuttgart verpflichtete der Traditionsklub einen talentierten Stürmer. Ob die Personaldecke aber für eine zumindest in Teilen ruhige Saison reicht, ist fraglich. Steffen kündigte unabhängig von weiteren Transfers entschlossen an, den Klub sportlich aus der schwierigen Phase manövrieren zu wollen. Er spüre dabei das Vertrauen seiner Profis: "Da bin ich voller Überzeugung."
