Gegentorflut und Verunsicherung: Frankfurt offenbart Baustellen für Neu-Coach Riera

Neuzugang Arnaud Kalimuendo hat in seiner kurzen SGE-Karriere noch keinen Sieg bejubeln dürfen.
Neuzugang Arnaud Kalimuendo hat in seiner kurzen SGE-Karriere noch keinen Sieg bejubeln dürfen.MARC SCHULER / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Mario Götze lässt sich lieber überraschen, als seinen ehemaligen Weggefährten Pep Guardiola zu behelligen. "Tatsächlich nicht, nein", sagte der WM-Held von 2014 auf die Frage, ob er sich beim Starcoach schon über seinen neuen Trainer Albert Riera schlau gemacht habe. "Mein Spanisch ist auch nicht so gut", scherzte Götze. Er weißt also nicht so recht, was auf Eintracht Frankfurt mit dem neuen spanischen Hoffnungsträger zukommt.

Welche Mängel Riera hingegen in der Mainmetropole vorfindet, offenbarte die SGE beim 1:3 (0:2) gegen Bayer Leverkusen zumindest eine Halbzeit lang eindeutig. Schlechtes Stellungsspiel in der Abwehr, wenig Führungskraft auf dem Platz und kaum ein Plan in der personell gebeutelten Offensive sorgten im schwachen ersten Durchgang für die Hypothek, die letztlich zu groß war. Götzes Fazit: Frankfurt braucht einen Neustart.

Zum Match-Center: Eintracht Frankfurt vs. Bayer Leverkusen

"Wir müssen kleine Schritte machen und wieder bei null anfangen", sagte der Routinier. Die "Basics hinbekommen" müsse sein Team, "dann bin ich mir sehr sicher, dass wir wieder Spiele gewinnen". Details über Riera, Busenfreund von Guardiola, der Götze von 2013 bis 2016 bei Bayern München trainiert hatte, kennen der 33-Jährige und seine Kollegen wenige. Aber: "Wir freuen uns darauf, dass er sich für die Aufgabe entschieden hat. Dass er uns weiterhelfen wird, steht glaube ich außer Frage."

Skhiri-Platzverweis als unrühmlicher Höhepunkt

Am Montag fängt Riera (43) an, zuvor coacht er am Sonntag noch sein "Abschiedsspiel" beim slowenischen Conference-League-Teilnehmer NK Celje. Fünf Tage bleiben ihm, um die Eintracht bis zum Auswärtsspiel bei Union Berlin am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky und Flashscore-Audioreportage) "in die Spur zu bringen" (Götze). Die Verunsicherung von acht Spielen nacheinander ohne Sieg und die Schreckensbilanz von 20 Gegentoren in sieben Partien in diesem Jahr muss er irgendwie aus den Köpfen der Spieler löschen.

Vor allem benötigt die SGE wieder defensive Stabilität. Diese Aufgabe konnte auch Interimstrainer Dennis Schmitt nicht lösen - in drei seiner vier Spiele, die alle verloren gingen, kassierte Frankfurt drei Treffer. Immerhin die zweite Hälfte gegen Leverkusen machte Hoffnung, auch in Unterzahl nach dem Platzverweis gegen Ellyes Skhiri (70./wiederholtes Foulspiel) lieferte Frankfurt einen starken Fight.

Dennoch peilt die Eintracht einen völligen Neustart mitten in der Saison an. Sportvorstand Markus Krösche schloss dafür auch harte Maßnahmen nicht aus. "Am Ende geht es genau darum. Wir müssen uns alle überprüfen", sagte er, Riera solle sich sein Bild machen und wenn nötig auch unbequeme Entscheidungen treffen.

"Am Ende geht es um Eintracht Frankfurt. Darum, dass wir unsere Ziele erreichen", sagte Krösche: "Dafür haben wir noch genug Spiele und müssen jetzt diese Entscheidungen treffen. Wie sie auch immer aussehen."