Hoeneß "entsetzt" über Upamecano-Berater – Direkte Gespräche mit Abwehrspieler?

Die Zukunft von Dayot Upamecano beim FC Bayern ist weiter offen.
Die Zukunft von Dayot Upamecano beim FC Bayern ist weiter offen.MARCEL VAN DORST / NURPHOTO VIA AFP

Auf gewagte Ausflüge ins Tierreich verzichtete Uli Hoeneß diesmal, doch auch ohne neuerlichen "Piranha"-Vergleich wurde deutlich: Der Ehrenpräsident des FC Bayern kocht vor Wut! "Über dieses Verhalten", schimpfte Hoeneß in Richtung der Agenten des Münchner Abwehrchefs Dayot Upamecano, "bin ich entsetzt".

Er wisse, erläuterte der Patron im kicker, dass sich Upamecano "und seine Familie in München sehr wohlfühlen. Ich fürchte jedoch, dass seine Berater alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen." Wie es Pini Zahavi, von Hoeneß als "geldgieriger Piranha" gescholten, nach Lesart des langjährigen Bayern-Machers einst mit David Alaba getan hat.

Wiederholt sich diese Geschichte? Um genau das zu verhindern, wollen die Münchner Verantwortlichen laut verschiedener Medienberichte in den kommenden Tagen das direkte Gespräch mit "Upa" suchen - an dessen Agenten Moussa Sissoko vorbei. Das Ziel: Den im Sommer auslaufenden Vertrag des französischen Nationalspielers doch noch zu verlängern.

Schmackhafte Konditionen für Upamecano

Das wäre ganz im Sinne von Hoeneß. "Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Dayot Upamecano sich für einen Verbleib beim FC Bayern entscheiden würde", sagte er. Doch die Verhandlungen stocken seit geraumer Zeit. Zuletzt war von einem Ultimatum die Rede, das am vergangenen Sonntag ausgelaufen sein soll. Dann hieß es, der 27 Jahre alte Abwehrmann, der in der Spielidee des Vorwärtsverteidigens von Trainer Vincent Kompany eine zentrale Bedeutung einnimmt, solle sich bis Ende dieser Woche äußern.

Dabei schien es Anfang Januar, als seien nur noch Details der neuen Übereinkunft zu klären. Demnach sollte Upamecano neben einer Gehaltserhöhung und üppigem Handgeld angeblich auch eine Ausstiegsklausel erhalten. Auch er hoffe, "dass es bald eine Lösung gibt und ich weitermachen kann", bekannte Upamecano damals.

Und jetzt? "Wie die Kommunikation tatsächlich bei uns ist, untereinander: Das ist bei uns", sagte Sportvorstand Max Eberl am vergangenen Samstag und bekannte: "Natürlich ist es so: Irgendwann muss auch eine Entscheidung her."

Das klang dann doch wieder nach einem Ultimatum. Ein solches gab es schon vor knapp einem Jahr für Joshua Kimmich. Als es verstrichen war, zogen die Bayern ihr Angebot an den Mittelfeldchef zurück - der dann später doch verlängerte. Noch ein Jahr früher lief es bei Alphonso Davies ähnlich, dessen Berater über die Frist schimpfte ("Unfair!") und trotzig monatelang weiter verhandelte, ehe die teure Unterschrift doch erfolgte.

Tah macht Werbung für Verlängerung

Die beiden Fälle taugen nun als Vorbild für beide Seiten. Die Bayern können darauf verweisen, dass öffentlicher Druck - und sei es durch den gar nicht in die Gespräche eingebundenen Hoeneß - letztlich sein Ziel erfüllen werde. Upamecano und sein Agent ahnen, dass sie am Ende schon bekommen werden, was sie wollen - Fristen hin oder her.

Die Mitspieler des Verteidigers wie Manuel Neuer jedenfalls hoffen auf "gute Nachrichten". Upamecano sei im Team "extrem angesehen", sagte der Kapitän, "er weiß, dass wir ihn sehr schätzen, seine Qualität kennen und ihn brauchen". Jonathan Tah sagt seinem Nebenmann "100-mal am Tag", dass er verlängern möge. Upamecano "kann alles" und decke "so ziemlich alles ab, was von einem modernen Verteidiger gefordert ist". Das weiß allerdings auch der Berater.