Merlin Polzin trommelte seine Spieler direkt nach dem nächsten Dämpfer zusammen. "Wir haben in der Kabine ganz ruhig mit der Mannschaft gesprochen, es eingeordnet", sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem verdienten 0:1 (0:0) im Nachholspiel gegen Bayer Leverkusen. Vor der wichtigen Auswärtspartie beim VfL Wolfsburg will der 35-Jährige gar nicht erst Anzeichen von Unruhe oder Nervosität aufkommen lassen.
"Gerade weil die Woche relativ kurz ist", sei es wichtig, "dass wir das Ganze auch gar nicht emotional betrachten, sondern einfach sachlich gestalten", fügte Polzin an, dessen HSV als Tabellenelfter mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 weiter voll auf Kurs Klassenerhalt liegt. Und doch enorm aufpassen muss, nicht noch einmal unten reinzurutschen.

Schon am Wochenende hatten die Hanseaten mit dem 1:2 gegen RB Leipzig eine Enttäuschung verkraften müssen. Die Niederlagen gegen die Topklubs sind erklärbar und fielen jeweils knapp aus – und können doch zum Verlust des Momentums beitragen, sollte es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auch beim Tabellenvorletzten schiefgehen.

"Wir gehen den Weg weiter, am Samstag wird es ein anderes Spiel werden. Darauf werden wir eingestellt sein", sagte aber Torhüter Daniel Heuer Fernandes in ebenso ruhigem wie selbstbewussten Tonfall. "Ich finde es gut, dass es uns nervt, dass wir nicht gut in den Positionen stehen und nicht gut gekickt haben. Das spricht für unseren Anspruch", fügte Ersatz-Kapitän Nicolai Remberg an.
