HSV im Derby harmlos, Aufreger um Vuskovic - und jetzt kommen auch noch die Bayern

Vuskovic fühlte sich von den St.-Pauli-Fans provoziert und gekränkt
Vuskovic fühlte sich von den St.-Pauli-Fans provoziert und gekränktFoto von IBRAHIM OT / AFP

Der HSV verpasst beim FC St. Pauli die angepeilte Revanche und bleibt wieder einmal torlos - keine guten Voraussetzungen für das Bayern-Spiel nächste Woche.

Diese trostlose Nullnummer sei wirklich "kein Leckerbissen" gewesen, sagte selbst HSV-Trainer Merlin Polzin, kaum jemand werde das Spiel "lange in Erinnerung" behalten. Doch das Hamburger Stadtderby war nur auf dem Platz ein Langweiler, hinterher sorgte ein Scharmützel um HSV-Verteidiger Luka Vuskovic für Aufregung: Der Kroate fühlte sich von den St.-Pauli-Fans provoziert und gekränkt, die Kiezkicker konterten kühl.

"Ich weiß nicht, was sich die St.-Pauli-Fans denken, aber ich finde es sehr respektlos, dass sie meinen Bruder und meine Familie beleidigen", sagte Vuskovic, der sich wegen der Dopingsperre seines Bruders Mario Sprüche und Transparente gefallen lassen musste, bei Sky. Der 18-Jährige war so aufgebracht, dass er auf dem Weg in die Kabine in den Katakomben lautstark gegen eine Wand spuckte.

Zum Match-Center: FC St. Pauli vs. Hamburger SV

Nach dem Derby folgen die Bayern

St. Pauli zeigte sich hingegen "irritiert", dass sich der HSV und Vuskovic in der Opferrolle offenbar ganz wohl zu fühlen schienen - schließlicHSV im Derby harmlos, Aufreger um Vuskovic - und jetzt kommen auch noch die Bayernh habe es im Fanblock des Erzrivalen etwa unter anderem auch sexistische Banner gegeben. Deshalb sei man verwundert, dass angeblich "nur eine Seite provozierend oder verursachend gewesen sei, während andere Vorfälle ausgeblendet werden", hieß es in einer Stellungnahme.

Und Vuskovic wird auch in den kommenden Tagen weiter im Mittelpunkt stehen - dann aber wieder sportlich. Denn: Nach der verpassten Derby-Revanche für das 0:2 im Hinspiel trifft der HSV am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) auf den FC Bayern, da wartet auf die Abwehr um Vuskovic also jede Menge Arbeit. Kopfzerbrechen dürfte Polzin vor dem Nord-Süd-Klassiker aber vor allem auch seine schwächelnde Offensive machen - bei St. Pauli blieb sein Team wieder einmal harmlos. 

"Wir müssen gefährlicher werden", forderte Polzin und deutete an, dass eventuell auf dem bis zum 2. Februar geöffneten Wintertransfermarkt noch ein weiterer Stürmer zum Aufsteiger kommen könnte. Er arbeite "extrem eng zusammen" mit Sportdirektor Claus Costa und dem derzeitigen Allein-Vorstand Eric Huwer, sagte der 35-Jährige: "Wir werden gute Lösungen für den HSV finden, um dann am Ende der Saison auch unsere Ziele gemeinsam zu erreichen."

Allein Kane hat mehr Tore als der HSV

Bisher nur 17 Treffer hat der HSV in dieser Saison erzielt, der Klub von Sturmgrößen wie einst Uwe Seeler oder Horst Hrubesch stellt derzeit die zweitschlechteste Offensive der Liga. Damion Downs haben sie bisher vom FC Southampton ausgeliehen, doch der Deutsch-Amerikaner blieb auch in seinem dritten Spiel wie seine Kollegen am Freitagabend blass.

"Bei Kontern hätten wir zwingender sein müssen. Das ärgert mich sehr", sagte Polzin, der jetzt mit fünf Spielen ohne Sieg in die Partie gegen Bayern geht. Und die Startruppe um Harry Kane dürfte nach dem 1:2-Ausrutscher gegen Augsburg auf Wiedergutmachung aus sein.

"Wir müssen uns einfach mit allem reinschmeißen, was geht", sagte Mittelfeldabräumer Nicolai Remberg: "Aber die Qualität von Bayern ist natürlich auch nicht schlecht." Stimmt: Allein Kane (21) hat mehr Tore erzielt als der HSV zusammen.

Zum Match-Center: Hamburger SV vs. FC Bayern