Auf dem Parkplatz der Stuttgarter sorgt der Neuzugang allerdings für einen Kontrast. Anstelle eines Luxuswagens fährt Prömel weiterhin seinen 20 Jahre alten Ford Fiesta. Das treue Gefährt beschert ihm bereits die ersten Frotzeleien in der neuen Kabine. Vor allem Sturmstar Deniz Undav habe den Neuzugang im Visier: "Er begrüßt mich jeden Morgen mit irgendeinem Spruch", erzählt Prömel schmunzelnd. Trennen möchte er sich von dem Auto aber erst, wenn es den Dienst verweigert oder der geplante Familiennachwuchs mehr Platz erfordert.
Neben der Rückkehr in die Heimat lockt Prömel bei den Schwaben die Aussicht auf die Königsklasse. Die Sehnsucht nach seinem Debüt in der Champions League ist riesig: "Es gibt auf Klubebene nichts Größeres als die Champions League. Und deswegen arbeitet man da schon so ein Stück weit darauf hin". Dennoch betont der Mittelfeldakteur, dass das internationale Geschäft nicht der alleinige Grund für seine Entscheidung war, sondern er vielmehr den ambitionierten Weg des VfB aktiv mitgestalten möchte.
Abgang aus Hoffenheim mit reinem Gewissen
Der Wechsel zu den Stuttgartern schließt auch ein düsteres Kapitel in Prömels Karriere ab, das von schweren Verletzungen geprägt war. Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit blieben nach der schweren Kreuzbandverletzung in Hoffenheim nicht aus. "Wenn man dann von heute auf morgen seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, bringt einen das natürlich zum Grübeln. Und man fragt sich, ob man vielleicht nicht wieder so stark zurückkommt", gesteht er rückblickend.
Dass vereinzelt Vorwürfe bezüglich mangelnder Dankbarkeit gegenüber der TSG aufkamen, kann Prömel entkräften: Er habe sich immer in den Dienst des Vereins gestellt und bleibe den Verantwortlichen für die Unterstützung in den Leidenszeiten sehr dankbar.
Durch seinen ungewöhnlichen Werdegang ohne Nachwuchsleistungszentrum bringt Prömel eine Menge Erfahrung und Bodenständigkeit in die VfB-Mannschaft ein. Diese Werte möchte der meinungsstarke Profi nun auch an die jüngeren Mitspieler weitergeben. Er sieht den Profifußball als Privileg an und möchte den Nachwuchstalenten vermitteln, wie schnell die Zeit als Sportler verstreicht.
Auch abseits des Platzes stellt Prömel bereits die Weichen für die Zukunft: Gemeinsam mit seinen Brüdern hat er im August eine Padel-Anlage in Esslingen eröffnet. In Stuttgart hofft er nun vor allem auf eine erfolgreiche Zeit und darauf, den Fans als nahbarer Mensch in Erinnerung zu bleiben.
