Auch mit 33 Jahren ist Eriksen die Begeisterung für den Fußball nicht abhandengekommen. "Wenn es mir keinen Spaß machen würde, wäre ich irgendwo am Strand und würde etwas anderes machen", erklärt er. Für ihn gehe es immer noch um dasselbe wie zu Beginn seiner Karriere: "Die Liebe zum Spiel, einfach das Gefühl, Fußballspieler zu sein, auf dem Platz zu stehen und dem Ball hinterherzulaufen."
Diese Freude spüre er unabhängig von äußeren Bedingungen: "Ob bei Sonnenschein oder Regen, sogar wenn es schneit, habe ich immer noch Spaß am Fußball."
Herausforderung Bundesliga und schwierige Phase
Sportlich läuft die Saison für Wolfsburg nicht reibungslos. Besonders die deutliche 1:8-Niederlage gegen den FC Bayern München habe Spuren hinterlassen. "Das war überhaupt nicht schön", sagt Eriksen offen. Umso wichtiger sei die Reaktion der Mannschaft gewesen. Beim anschließenden Sieg gegen St. Pauli traf er selbst und betonte: "Wir mussten uns selbst viel beweisen."
Auch beim Unentschieden gegen Heidenheim zeigte Eriksen mit einer Vorlage seine Klasse. Trotz eisiger Temperaturen in der Volkswagen Arena war zu sehen, dass seine spielerische Qualität weiterhin vorhanden ist – mit vielen Torchancen, kreativen Pässen und großer Bewegungsfreiheit.
Der Schritt nach Wolfsburg war für Eriksen eine bewusste Entscheidung. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass es zu mir passen würde", erklärt er. Besonders die Bundesliga habe ihn gereizt: "Es ist eine sehr offene Liga. Eine Mannschaft kann in den letzten 10 Minuten mit 3:0 führen und am Ende steht es trotzdem 3:3."
Rückblickend auf 16 Profijahre staunt Eriksen selbst über die Zeit. "Ich hatte 16 schöne Jahre. Es macht immer noch Spaß", sagt er. Gleichzeitig merkt er den Generationswechsel: "Alle neuen Spieler, die nachkommen, sind in den 2000er Jahren geboren. Das ist schon seltsam."
Alt fühle er sich dennoch nicht, auch wenn er "in Fußballverältnissen natürlich sehr alt" sei.
Eriksen: Wolfsburg hat "viel zu viele Spiele verloren"
Der Sport selbst habe sich stark verändert. Eriksen beschreibt den heutigen Fokus auf Daten und Belastungssteuerung: "Heute gibt es viele Statistiken, viele Zahlen, die man erreichen muss, sodass man viel mehr Zeit damit verbringt, auf den Computer zu schauen." Früher habe man sich stärker auf das eigene Gefühl verlassen.
Trotz aller Erfahrungen richtet Eriksen den Fokus klar auf die Gegenwart und Zukunft in Wolfsburg. Sein Vertrag läuft noch eine weitere Saison, und er glaubt an eine sportliche Steigerung: "Wir haben in dieser Saison viel zu viele Spiele verloren. Aber wir sind jetzt besser in Form als zuvor."

Seine persönlichen Ziele bleiben dabei unverändert: "Ich möchte mich einfach weiter verbessern und Spaß auf dem Fußballplatz haben." Nach allem, was er erlebt hat, macht er sich den Moment bewusst: "Ich genieße einfach, was vor mir liegt."
