Eine Szene in der ersten Halbzeit hatte Kwasniok so aufgeregt. HSV-Verteidiger William Mikelbrencis brachte dabei Kölns Kristoffer Lund per Schubser zu Fall, zudem traf er ihn noch mit dem Fuß an der Achillessehne. Schiedsrichter Tobias Welz gab keinen Freistoß, auch der Video-Assistent griff nicht ein. In der Vorwoche hatte Kölns Jahmai Simpson-Pusey in der Partie gegen Borussia Dortmund (1:2) für eine ähnliche Szene nach einem Video-Beweis noch die Rote Karte gesehen.
"Ich will weder vergangene Woche beim Jahmai, dass es eine Rote Karte ist, noch heute bei Mikelbrencis. Das Problem ist immer die unterschiedliche Bewertung. Es wird inkonsequent gehandhabt", sagte Kwasniok: "Es wird irgendwas von Schrittfolge erzählt, auf der anderen Seite ist es das Trefferbild. Es ist immer unterschiedlich".
Kwasniok hadert mit Punktverlust
Beim Thema VAR hat Kwasniok mittlerweile resigniert. "Nach meinen Maßstäben ist es weder für Jahmai eine Rote Karte, noch für Mikelbrencis. Aber nach den Maßstäben, die uns mitgeteilt werden, ist es vergangene Woche Rot. Und dann kann ich nicht nachvollziehen, warum es heute keine Rote Karte ist. Ich will es auch mittlerweile nicht mehr", sagte er.
Zum Match-Center: Hamburger SV vs. 1. FC Köln
Der eine Punkt beim Hamburger SV war dem Trainer des 1. FC Köln eigentlich zu wenig. "Es gibt einfach nur null, einen oder drei Punkte. Heute wäre vielleicht ein Tag, an dem zwei auch möglich gewesen wären für uns", sagte der 44-Jährige: "In Summe wäre es vielleicht verdient gewesen."
Aber Kwasniok wollte auch "nicht vermessen sein", sagte er: "Jeder Punkt ist Gold wert im Kampf um den Verbleib in der sehr, sehr schwierigen ersten Liga." Und nächste Woche sollen dann nach sechs sieglosen Spielen auch endlich wieder Big Points im Abstiegskampf her. Kwasniok schaltete noch am Abend in den Derby-Modus.
"Lieber spiele ich 1:1 in Hamburg und gewinne zu Hause gegen Gladbach als umgekehrt", sagte Kwasniok mit Blick auf das Duell nächste Woche zu Hause gegen den Erzrivalen Borussia Mönchengladbach: "Und wenn in Summe dann vier Punkte bei rumkommen, dann ist es so."
Köln kann mit Gladbach gleichziehen
Nach dem 1:3 im Hinspiel hätten sie "einen Ticken was gut zu machen", sagte Kwasniok: "Wir wollen in unserem Wohnzimmer dann auch gewinnen. Damit wir die Fans glücklich machen, uns glücklich machen und dann einfach die Ausgangssituation für die nächsten Wochen dann auch nochmal verbessern."
Mit einem Sieg gegen Gladbach könnte der FC nach Punkten mit Gladbach gleichziehen. Eine Pleite würde die Abstiegssorgen hingegen weiter massiv steigern und den Druck auf Kwasniok noch einmal erhöhen. Schließlich beträgt der Vorsprung auf St. Pauli auf dem Relegationsplatz nur ein Pünktchen, vier Zähler sind es auf einen direkten Abstiegsplatz.
