Das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal reicht den titelhungrigen Münchnern längst nicht mehr. Das erklärte Ziel in dieser Saison ist der siebte Europapokal. Um den Kader auf das nächste Level zu heben, investierte der Rekordmeister rund 115 Millionen Euro: Sowohl für Saibari (PSV Eindhoven) als auch für das junge Defensivtalent Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) überwiesen die Bayern jeweils etwa 57,5 Millionen Dollar.
Während Brown überwiegend für die Defensive eingeplant ist – auch wenn ihn Trainer Vincent Kompany zu Saisonbeginn testweise auf der Zehn aufbot –, belebt Saibari direkt den Konkurrenzkampf in der Angriffsreihe.
In seinem Premierenjahr in Deutschland war Luis Díaz mit herausragenden 26 Toren und 23 Vorlagen noch maßgeblicher Erfolgsgarant für das Double sowie den Halbfinaleinzug in der Champions League. Da Harry Kane und Michael Olise unter Kompany als gesetzt gelten, droht der Kolumbianer nun zum Hauptleidtragenden des Saibari-Transfers zu werden.
Die neue Hackordnung deutete sich zuletzt immer klarer an: Beim 7:0-Kantersieg gegen Union Berlin wurde Saibari in der 63. Minute für Díaz eingewechselt – und erzielte nur sieben Minuten später sein erstes Bundesligator für die Bayern. Beim 2:1-Arbeitssieg gegen Elversberg rotierte der Marokkaner sogar für Díaz in die Startelf und besetzte dessen angestammte linke Außenbahn.
Echte Allzweckwaffe in der Offensive
Der in Terrassa (Spanien) geborene Offensivallrounder glänzte bei der WM mit drei Treffern – darunter ein Tor gegen Brasilien –, ehe ihn eine Verletzung im Achtelfinale stoppen sollte. Nach überstandener Reha erarbeitet sich Saibari nun von Woche zu Woche mehr Spielpraxis.
Über Kurzeinsätze im Supercup gegen Dortmund (2:1) und beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart (5:1, inklusive zweier Vorlagen) empfahl er sich schnell für höhere Aufgaben. In der Folge sammelte er erste Startelfmandate – mal im DFB-Pokal beim 4:1 gegen Osnabrück auf der Zehnerposition, mal in der Bundesliga beim 0:0 gegen Schalke als Vertreter für Mittelstürmer Kane. Auch beim 5:0-Auftaktsieg in der Champions League gegen Bodo/Glimt fügte er sich nahtlos ein, als er für Jamal Musiala eingewechselt wurde.
Saibari: "Spielstil des FC Bayern passt perfekt zu mir"
Die große Stärke des Marokkaners, der in Belgien bei Anderlecht, Genk und Mechelen ausgebildet wurde, ist seine enorme Flexibilität im Offensivbereich.
"Der FC Bayern gehört zu den größten Klubs der Welt. Ihr Spielstil passt perfekt zu mir, und die Verantwortlichen haben mir das volle Vertrauen entgegengebracht", erklärte Saibari bei seiner Vorstellung. "Meine Lieblingsposition ist zwar die Zehn, aber ich kann genauso auf dem Flügel oder hängend agieren. Im heutigen Spiel wechseln die Positionen ohnehin ständig."

Beim FC Bayern läuft Saibari mit der Rückennummer 34 auf – einer Zahl mit tiefer persönlicher Bedeutung. Wie schon bei PSV Eindhoven trägt er die Nummer als Hommage an seinen Freund Abdelhak Nouri, den ehemaligen Ajax-Profi, der seit einem Herzstillstand in einem Testspiel im Juli 2017 mit schweren Hirnschäden lebt.
Im Bayern-Magazin erinnerte sich Saibari bewegt an die Entscheidung: "Abdelhak kann nicht sprechen, aber er kommuniziert über seine Augenbrauen. Ich habe zu ihm gesagt: ‚Abdelhak, du entscheidest.‘ Er hat die 34 gewählt – und genau deshalb werde ich sie immer tragen."
