"Wir haben unser höchstes Niveau noch nicht erreicht", mahnte Siegtorschütze Kane (72.) bei DAZN. Wie schon beim enttäuschenden 0:0 auf Schalke fehlte auch gegen den nächsten Aufsteiger die Leichtigkeit der Vorsaison, der Motor stottert in der Bundesliga noch gewaltig. "Wir haben gewonnen, das ist das Allerwichtigste", betonte Max Eberl, "aber für uns ist es auch eine Lehre, dass es mit ein bisschen weniger echt gefährlich werden kann".
Es sei "egal", führte der Sportvorstand aus, "ob es Elversberg, Dortmund oder Real Madrid ist, du musst immer an deine 100 Prozent kommen". Davon waren die Münchner bis zum verdienten Ausgleich von Elversbergs Maurice Krattenmacher (61.) allerdings meilenweit entfernt. "Ab diesem Moment haben wir eine Schippe draufgelegt. Aber wenn du das kannst, hast du vorher vielleicht einen Touch zu wenig gemacht". Dies galt vor allem für einige Spieler aus der zweiten Reihe.
Eberl: "Jeder muss Top-Niveau erreichen"
Vincent Kompany hatte nach dem 5:0 in der Champions League gegen Bodö Glimt auf sieben Positionen rotiert, nicht alle nutzten ihre Chance. Erst mit einem Vierfachwechsel samt der Hereinnahme von Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Luis Díaz und Alphonso Davies nach 65 Minuten wurde der Rekordmeister seiner Favoritenrolle gerecht. "Es ist im großen Blick auch wichtig, dass wir den Jungs Minuten geben, damit sie im richtigen Moment da sind", begründete Kompany seine XXL-Rotation.
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Doch gänzlich überzeugen konnte kaum einer, Nathaniel Brown, Tom Bischof oder trotz seines Treffers auch Lennart Karl (26.) setzten wenig Akzente. "Wir haben einen sehr ausgewogenen Kader, haben Konkurrenzsituationen. Jeder muss in jedem Spiel sein Top-Niveau erreichen, um dann vielleicht auch im nächsten Spiel oder in wichtigen Spielen auf dem Platz zu stehen", warnte Eberl. Zudem ist derzeit die Chancenverwertung ein Thema.
Trotz Gelegenheiten im Minutentakt ab der 65. Minute gelang den Bayern nur noch ein Treffer, so blieb es gegen den Aufsteiger ein Zitterspiel. "Es war genauso, wie wir uns das nicht gewünscht haben", sagte Kompany, der die ungewöhnlichen Bedingungen auf der Baustelle Kaiserlinde nicht als Ausrede gelten lassen wollte: "Wir sind für nichts zu gut. Wir sind auch ganz normale Leute", so der Trainer, "wir wollen Respekt zeigen für die Situation, die anders ist".
Ungewohnt ist auch der dritte Platz in der Tabelle - zwei Punkte hinter Freiburg und Dortmund. Doch am Freitag (20.30 Uhr/Sky) können die Münchner gegen Union Berlin vorlegen - und zumindest vorübergehend ihren geliebten Spitzenplatz wieder übernehmen.
