Die Tabelle lügt manchmal doch. Das weiß auch Eugen Polanski. Auf Platz 12 liegt Borussia Mönchengladbach. Das klingt komfortabel. Doch in Wirklichkeit schrillen vor dem Kellerduell mit dem FC St. Pauli am Freitag (20:30 Uhr/Sky) am Niederrhein längst die Alarmglocken.
Ein Punkt trennt die Borussia nur noch von den Kiezkickern auf dem Relegationsplatz, und deswegen sagt auch Trainer Polanski: "Jetzt kommen die Partien, in denen wir punkten müssen."
Seit Wochen balanciert die Borussia trotz mäßiger Leistungen über dem Strich – doch die Sorge vor dem dritten Abstieg der Vereinsgeschichte wächst. So sehr, dass die Dachorganisation der Fans vor dem Spiel gegen St. Pauli eine Botschaft schickte. "Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass nur ein Heimsieg zählt. Jetzt beginnt eine sehr wichtige Phase, es gibt keine Ausreden mehr", lautete die Ansage des FPMG Supporters Club.
Tatsächlich sind es die viel zitierten Wochen der Wahrheit, die in Gladbach anstehen: Die nächsten Gegner heißen St. Pauli, Köln, Heidenheim, Leipzig und Mainz.

Polanski schwächer als Seoane
In der Hinrunde gab es gegen diese fünf Teams 13 Punkte und nur ein Gegentor. Eine Bilanz, deren Wiederholung Gladbach – und damit auch Polanski – ans sichere Ufer bringen würde. Der stark gestartete VfL-Trainer kommt nach den jüngsten Spielen gegen die großen Teams der Liga nur noch auf 1,09 Punkte im Schnitt – weniger als sein Vorgänger Gerardo Seoane (1,13).
Helfen soll nun ein 17-Jähriger: Offensivspieler Wael Mohya traf zuletzt in München (1:4), nur Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz waren bei ihrem ersten Bundesligator jünger. "Es gibt schlechteres, als das erste Tor bei den Bayern zu machen. Das bleibt für die Ewigkeit für den Jungen, das freut mich extrem", sagte Polanski.

Gegen St. Pauli könnte der kreative Moyha wieder in die Startelf zurückkehren, Polanski deutete das zumindest an. "Die Frage ist: Wie gehen wir jetzt damit um? Und wie geht Wael damit um? Im besten Fall nimmt er das mit im Schwung für das nächste Heimspiel".
