Kommentar: Youngster Karl und der Flirt mit Real Madrid – Träumen darf erlaubt sein

Kommentar: Zukunftsmusik
Kommentar: ZukunftsmusikČTK / imago sportfotodienst / Julien Christ

Fotos von Lennart Karl im Trikot seines "Traumvereins" gibt es immerhin schon. Zehn Jahre alt ist er da, lächelt stolz in die Kamera, hinter ihm die Tribüne des Santiago Bernabéu. Dass Karl, mittlerweile im Trikot des FC Bayern einer der Senkrechtstarter im deutschen Fußball, eines Tages gerne mal mehr als nur ein Probetraining bei Real Madrid absolvieren würde, ist seit Sonntag hinlänglich bekannt. Na und?

Man kann natürlich darüber diskutieren, ob es schlau ist, als Spieler des FC Bayern öffentlich von einem Wechsel zu den Königlichen zu träumen - noch dazu beim Besuch eines Fanklubs. (Ist es nicht.) Gleichzeitig sollte man sich aber bewusst machen, dass Karl immer noch erst 17 Jahre alt ist. Und das ist gleich in mehrfacher Hinsicht relevant.

Wie einst Ribery: Träumen soll erlaubt sein

In einem Geschäft, in dem Spieler mittlerweile bereits im Kindesalter als Vollprofis angesehen werden, sollten den Jüngsten kleinere Fehler erlaubt sein. Erst recht, wenn es nur um eine ehrliche Antwort auf eine Frage bei einem Fanklub-Besuch geht. Oder anders gesagt: Um einen Traum, der in weiter Zukunft liegen könnte.

Denn Fakt ist: Karl hat gerade einmal ein halbes Jahr Profi-Erfahrung und bei den Bayern einen langfristigen Vertrag. Seine unmittelbare Zukunft, das weiß offensichtlich auch der Youngster selbst, liegt in München. Alles weitere wird sich zeigen. Franck Ribéry wollte 2009 auch unbedingt zu Real Madrid - und wurde schließlich zur Bayern-Legende.