Die Horrorbilder des vergangenen Sommers will Jamal Musiala ausblenden. Schreiend vor Schmerzen, der in einem völlig unnatürlichen Winkel abgeknickte Fuß: "Das", sagt der Starspieler von Bayern München mit einem Lächeln, "schaue ich mir auf gar keinen Fall an." Wieso auch? Rund sieben Monate später ist Musiala bereits wieder mittendrin im Geschehen.
Sein Startelf-Comeback in der Bundesliga am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (3:2) kam genau zur richtigen Zeit. Denn in wenigen Tagen beginnt dem Klassiker bei Borussia Dortmund für die Bayern die heiße Saisonphase.

Vorsicht walten lassen
Musiala – das hatten die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten regelmäßig betont – soll dabei eine Hauptrolle übernehmen. "Wir werden ihn noch brauchen in den großen Spielen, wenn wir was erreichen wollen", so Sportvorstand Max Eberl.
Doch der Zauberdribbler müsse "noch immer ein bisschen vorsichtig sein", warnt der 22-Jährige. Gut möglich, dass Musiala gegen den BVB wieder in die Joker-Rolle rückt. Doch der Blick richtet sich ohnehin nach vorne.
Der komfortable Acht-Punkte-Vorsprung in der Liga sowie die bislang stabilen Leistungen seiner Vertreter Serge Gnabry und Lennart Karl verringern den Druck, der auf Musiala lastet. Spätestens aber bis zu den Achtelfinal-Partien in der Champions League (10./11. und 17./18. März), möchte er wieder sein höchste Niveau erreicht haben. Das wäre auch ganz im Sinne des Vereins.

Lob von allen Seiten
Musiala habe "außergewöhnliche Fähigkeiten und eine Magie, wie sie echte, große Zehner ausstrahlen", hatte Ehrenpräsident Uli Hoeneß geschwärmt: "Wenn Jamal am Ball ist, hat man immer das Gefühl: Jetzt passiert gleich etwas, was bei anderen nicht passieren würde."
Für ihn sei Musiala "der beste Spieler, den wir im Team haben", hatte Stürmerstar Harry Kane betont. "Jamal", ergänzte Jonathan Tah, "ist der Mann für die besonderen Momente."
