Auch Trainer Niko Kovac wollte zunächst lieber den Rückspiegel beobachten und sehen, dass die Verfolger kleiner würden, ehe er nach vorne blicke - doch die Fakten sprechen derzeit für den BVB. Trotz eines erneut holprigen Auftritts setzte sich Dortmund gegen einen widerspenstigen Gegner durch und nutzte den nächsten Ausrutscher von Bayern München. Jetzt beträgt der Rückstand "nur" noch sechs Punkte und nicht mehr elf.
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Daher sprach Schlotterbeck vollmundig vom großen Ziel. "Wir wollen Meister werden", sagte der Innenverteidiger, diesen Anspruch "muss man als BVB langsam haben". Schließlich kommen die Bayern ja noch nach Dortmund, und "vielleicht fangen sie an, nochmal langsam zu überlegen".
Torhüter Gregor Kobel fand diese Ansage von Schlotterbeck "völlig okay", denn "dafür spielen wir auch Fußball beim BVB". Noch sei ein Polster da, daher "ändert sich nicht wahnsinnig viel, wir wollen eh jedes Spiel gewinnen", sagte Kobel. Der BVB müsse nun "dranbleiben und so gut es geht da sein, dann werden wir sehen".
Dass das nicht leicht wird, zeigte das Spiel am Sonntag. Heidenheim hatte dem BVB alles abverlangt und lag dank der Treffer von Julian Niehues (45.+5, 48.) gar in Führung. Die Dortmunder, die durch Waldemar Anton (44.) in Führung gegangen waren, konterten durch Serhou Guirassy (68., Handelfmeter, 70.). Auch in Führung schien der Sieg lange Zeit nicht sicher, auch, weil Guirassy einen Foulelfmeter übers Tor schoss (85.).
Spielweise in Dortmund weiterhin ein Kritikpunkt
Doch mit einigem Glück und Heidenheimer Unvermögen bei der Chancenverwertung rettete der BVB den Dreier ins Ziel. "Es ist eine super Statistik, wir haben super Resultate. Es ist wichtig, den Fokus auf positive Sachen legt fürs ganze Feeling", betonte Kobel.
Denn die Stimmung ist trotz der vielen guten Ergebnisse nicht allzu gelöst in Dortmund, das Team verwöhnt seine Fans nicht mit sehenswertem Fußball. Vor allem Guirassy wird äußerst kritisch gesehen. Nachdem der Stürmer seinen zweiten Elfmeter etwas unmotiviert in die Südkurve gedroschen hatte, stöhnten die Zuschauer entsetzt auf.
Doch, und das sollte in Dortmund nicht vergessen werden. Als der BVB mit Jürgen Klopp an der Seitenlinie in der Saison 2011/2012 zuletzt Meister wurde, hatte er am 20. Spieltag 43 Punkte. Jetzt sind es 45. Die Zahlen stützen Schlotterbecks Ansage also.
