Shootingstar Vuskovic attackiert Fans von St. Pauli – Verein schießt zurück

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Luka Vuskovic nach dem Hamburger Derby
Luka Vuskovic nach dem Hamburger DerbyČTK / imago sportfotodienst / Henning Rohlfs

Luka Vuskovic war vor Wut kaum noch zu bremsen, das sportlich enttäuschende 113. Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV nahm nach dem Abpfiff doch noch etwas Fahrt auf. "Ich weiß nicht, was die Fans von St. Pauli denken. Es ist sehr respektlos, meine Familie und meinen Bruder anzugreifen", sagte der 18-jährige Kroate nach dem 0:0 bei Sky.

Die Provokationen der Heim-Fans gegen ihn und seinen älteren Bruder Mario Vuskovic, der wegen Doping noch bis November gesperrt ist, wollte der HSV-Innenverteidiger nicht auf sich sitzen lassen. "Ich habe nichts Gutes über die Fans zu sagen", sagte Luka Vuskovic, der auf das Verhalten der Heim-Fans nach Abpfiff mit einem Zeigefinger auf den Lippen reagierte.

Match-Center: St. Pauli vs. HSV

Schon während des Spiels hatten die St.-Pauli-Fans ein Banner gezeigt, darauf stand: "Aufputschmittel & ehrliche Arbeit? Mach 'ne Handwerkslehre, Mario #44! Irgendein HSVer lügt immer …" Der Buchstabe "i" im Namen "Mario" wurde dabei mit einer Spritze dargestellt – offensichtlich eine Anspielung auf Doping.

Polzin kann "Unmut extrem nachvollziehen"

HSV-Trainer Merlin Polzin verteidigte seinen Jungstar: "Wir haben einen 18-jährigen Menschen, der sehr viel Last auf sich trägt, was mit Mario Vuskovic passiert ist", sagte Polzin auf der Pressekonferenz. "Ich kann Lukas' Unmut extrem nachvollziehen. Wenn man diese Sprüche, Worte, Aufforderungen und Gesten entgegengebracht bekommt, dann hat das nichts mit dem zu tun, wofür nicht nur beide Vereine und die Stadt Hamburg als weltoffene Stadt stehen sollten."

Luka Vuskovic spielt seit Sommer 2025 für den HSV, der Teenager ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen. Bei seinem Bruder Mario (24) war im September 2022 bei einer von der Nationalen Anti Doping Agentur NADA genommenen Dopingprobe körperfremdes Erythropoetin (EPO) nachgewiesen worden, die Sperre gilt noch bis November 2026.

St. Pauli reagiert

St. Pauli hat Vuskovic nach dessen Wutausbruch im Anschluss an das Hamburger Stadtderby kritisiert. "Wir erwarten von Spielern, Trainern und Repräsentanten der Vereine ein angemessenes und professionelles Auftreten: sich nicht leicht provozieren zu lassen, Fans nicht zu bepöbeln und keine Grenzüberschreitungen wie Spucken in Richtung Fans oder auf den Boden und an die Wand im Kabinentrakt", betonte der Kiezklub laut kicker in einer Stellungnahme.

Emotionen, hieß es darin weiter, erklärten "vieles, rechtfertigen aber nicht alles. Vor diesem Hintergrund irritiert uns, dass teils über Tage ein Narrativ gezeichnet wird, dem zufolge nur eine Seite provozierend oder verursachend gewesen sei, während andere Vorfälle ausgeblendet werden", teilte St. Pauli am Samstag mit.

Allgemein teilte der Kiezklub zu den "Emotionen" rund um das Duell am Freitagabend mit: Zu einem Derby gehörten "auch Frotzeleien und vereinzelt leider auch Beleidigungen auf beiden Seiten. Diese sind für sich genommen nicht zu begrüßen und beide Seiten sollten sich davon distanzieren."

Man stehe für "ein respektvolles Miteinander", hieß es: Dazu zählten jedoch "weder herabwürdigende Sprüche von unseren Tribünen noch sexistische Banner, wie im HSV-Block zu sehen, noch andere beleidigende Inhalte".