Sieglos seit Obama: Doch der HSV hofft auf ein Wunder gegen Bayern

Luka Vuskovic und der HSV wollen am Samstag den FC Bayern ärgern.
Luka Vuskovic und der HSV wollen am Samstag den FC Bayern ärgern.REUTERS/Maryam Majd

Barack Obama wurde als Präsident der USA vereidigt, der Bitcoin geboren, in Berlin rannte Usain Bolt 100 Meter in 9,58 Sekunden - und der HSV gewann zuletzt gegen Bayern München. 2009 war das, lange her, doch Mladen Petric erinnert sich auch fast 17 Jahre später noch genau an seinen mittlerweile historischen Siegtreffer. "Es war ein geiles Gefühl", sagte der Kroate der Sport Bild: "Weil es ein Spitzenspiel war."

Das ist es aber natürlich längst nicht mehr. Der HSV hatte damals mit Petric, Zé Roberto und Co. seine wohl letzte richtig gute Phase, die Bayern sind den einst großen Hanseaten seit Jahren enteilt. Die Hamburger haben keines der letzten 20 Pflichtspiele gegen Bayern gewonnen (17 Niederlagen, drei Remis), zuletzt gab es neun Pflichtspiel-Pleiten in Serie.

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Das 0:5 im Hinspiel ist den Fans des Aufsteigers noch in schlechter Erinnerung. Eigentlich hat der HSV keine Chance. Zumal mindestens sechs Spieler fehlen werden, darunter der wegen seiner Alkohol-Fahrt suspendierte Jean-Luc Dompé. Oder gelingt doch ein Wunder?

"Die Vorfreunde, sich gegen die Bayern messen zu können, ist unfassbar hoch", sagte Polzin über den Klassiker (Samstag, 18.30 Uhr/Sky und Flashscore-Audioreportage): "Bayern ist die mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland. In acht von zehn Fällen dürfte es gegen sie wahrscheinlich so laufen wie im Hinspiel. Wir wollen uns darauf vorbereiten, das neunte oder zehnte Spiel zu sein. Wir wollen alles aus uns rausholen, und ob das am Ende reicht, werden wir am Samstag sehen".

Damit es für einen Punkt reicht, müsste für den HSV aber wohl schon alles zusammenkommen. Denn die Mannschaft von Vincent Kompany, der von 2006 bis 2008 für den HSV spielte und nun erstmals für ein Pflichtspiel nach Hamburg zurückkehrt, hat schon oft in dieser Saison gezeigt, "wie kompromisslos" sie sein können, "wenn du auch nur kleine Momente gegen sie zulässt", sagte Polzin.

Wie stoppt man Harry Kane?

Doch unverwundbar sind sie auch nicht, wie die Niederlage gegen den FC Augsburg zuletzt gezeigt hat. "Wir wollen versuchen, den Weg in die Nische zu finden", sagte Polzin, der mit seiner Mannschaft seit fünf Bundesliga-Spielen auf einen Sieg wartet.

Damit zumindest keine weitere Pleite dazukommt, muss Luka Vuskovic einen Top-Tag erwischen - der erst 18 Jahre alte Kroate soll Superstürmer Harry Kane stoppen. "Wenn man eine Sekunde lang nicht auf ihn aufpasst, dann nutzt Harry Kane diesen Moment eiskalt aus. Darauf müssen wir vorbereitet sein", sagte Vuskovic, der den Engländer für die Partie studiert hat, der Sport Bild: "Ich schaue mir Videos von ihm an, wie er seine Tore schießt, wie er sich bewegt und sich in Zweikampf-Situationen verhält."

Der HSV muss ohne Angst ins Spiel gehen, fordert Petric, denn "im Fußball hat man immer eine Chance, das hat Augsburg gezeigt." Und nach fast 17 Jahren ist es auch für den HSV mal wieder an der Zeit.