"Es freut mich, diesen Rekord gibt es so lange. Ich mag es gerne, dass unsere Mannschaft für Tore steht. Wir dürfen stolz sein, aber es geht weiter", sagte Kompany bei Sky. Sportvorstand Max Eberl hob "Konzentration" und "Gier" als entscheidende Punkte hervor. "Ich musste mir erstmal erklären lassen, welcher Rekord es ist", sagte Leon Goretzka: "Das ist ganz nett, weil ich bislang mit dem schnellsten Eigentor in den Geschichtsbüchern stehe."
Zum Match-Center: FC St. Pauli vs. Bayern München
Jamal Musiala (9.) und Goretzka (53.) sorgten dafür, dass ihr Team den fast 54 Jahre alten Bestwert von 101 Saisontreffern von Gerd Müller und Co. übertraf. Michael Olise (54.), Nicolas Jackson (65.) und Raphael Guerreiro (88.) legten dann weiter nach – die Bayern stehen somit bei 105 Toren. Kompany konnte zufrieden verfolgen, dass seine Mannschaft voll im Rhythmus blieb und die Vorbereitung auf den Real-Gipfel mit einem guten Gefühl angehen kann.

St. Pauli verpasste unterdessen die erhoffte Überraschung klar und nicht-einkalkulierte "Bonuspunkte" gegen den Branchenprimus. Das Team von Trainer Alexander Blessin bleibt auf dem Relegationsplatz 16 in großer Gefahr.
Für die Bayern war die Bedeutung des Duells spätestens nach dem Patzer von Dortmund überschaubar. "Es ist unser Ziel, immer alles zu gewinnen", sagte Bayern-Coach Kompany bei Sky aber am Tag nach seinem 40. Geburtstag.
Dennoch lag der Fokus längst auf dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League, dies belegte der Verzicht auf etliche Leistungsträger. Insgesamt sieben Wechsel im Vergleich zur Partie in Madrid (2:1) nahm Kompany vor. Einzig Kapitän Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Konrad Laimer und Michael Olise standen erneut von Beginn an auf dem Rasen.
Musiala mit Blitzstart
Das umgebaute Team machte aber schnell ernst. Laimer fand den Kopf von Musiala, dem Oliver Kahn jüngst mit viel diskutierten Aussagen einen WM-Verzicht nahegelegt hatte. Der 23-Jährige freute sich sichtlich über seinen zweiten Saisontreffer und hätte fast den dritten folgen lassen. Doch Musiala traf nach typischem Dribbling nur den Innenpfosten (27.).
Die Bayern dominierten, St. Pauli hielt aber mutig dagegen und kam seinerseits zur großen Ausgleichschance: Mathias Pereira Lage scheiterte letztlich am langen Bein von Min-Jae Kim (30.). Auch danach blieben die Gastgeber durchaus gefällig in ihren schnellen Vorstößen.

Im zweiten Durchgang sorgten die Münchner dann schnell für klare Verhältnisse. Erst trug sich Goretzka technisch anspruchsvoll mit einem Volleyschuss in die Geschichtsbücher ein, dann vollendete Olise ins lange Eck und konnte sich einen provokanten Jubel vor den St. Pauli-Fans nach Pfiffen gegen ihn nicht verkneifen.
Als die Partie entschieden war, wechselte Kompany rasch Kimmich, Laimer und Olise aus, um Kräfte für den Real-Kracher zu sparen. Dann traf auch noch Jackson. Kurz vor Schluss feierte der 18-jährige Bara Ndiaye sein Bundesligadebüt bei den Bayern.
