Ja, das ist so. Der Traditionsklub taumelt nach dem 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach immer schneller der Abstiegszone entgegen, in der Chefetage setzte Clemens Fritz eine Krisensitzung an und ließ die Zukunft von Steffen demonstrativ offen. Es "ist natürlich klar, dass wir uns erst mal hinsetzen und das besprechen müssen", sagte der Geschäftsführer Sport: "Wir müssen das erst mal sacken lassen und dann analysieren wir das zusammen. Es ist wichtig, dass wir das erst mal für uns einordnen."
Zum Match-Center: Werder Bremen vs. Borussia Mönchengladbach
Zuletzt klang das bei Fritz noch ganz anders, da hatte sich der Manager trotz der Talfahrt immer schützend vor Steffen gestellt. Doch am Samstagnachmittag ist etwas passiert in Bremen, der Glaube, dass mit Steffen noch die Wende gelingen kann, scheint zu schwinden.
Geschäftsführer Fritz vermeidet Bekenntnis
Klar, das Team hat nie aufgegeben, bis in die letzten Minuten gefightet und sich durch ein Traumtor von Keke Topp in der Nachspielzeit (90.+4) auch irgendwie noch belohnt. Aber am Ende sprang eben doch nur ein Punkt heraus. "Da machst du dann eben auch keine großen Sprünge. Das muss man auch ehrlich sagen", sagte Fritz.
Im Sommer war Steffen vom Zweitliga-Überraschungsteam SV Elversberg an die Weser gekommen - und legte dann durchaus einen ordentlichen Start hin. Doch zuletzt ging in Bremen fast gar nichts mehr, von Platz neun nach zwölf Spieltagen rauschte Werder auf Rang 15 ab, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur noch ein Pünktchen. "Es ist eine schwierige Situation, da brauchen wir nicht drumrum reden", sagte Fritz.
Und die nächsten Aufgaben werden nicht einfacher. Nächste Woche steht das Auswärtsspiel beim Tabellensiebten SC Freiburg an, danach kommt Bayern Münchens Startruppe ins Weserstadion. Steffen hofft, dass er weitermachen darf und unter ihm der Turnaround gelingt. "Der Glaube" an die Wende "ist groß", sagte Steffen. Mittlerweile sei sein Team wieder in der Lage, Spiele gewinnen zu können. "Und dass eben nicht ganz so viel fehlt" für einen Dreier, im Gegensatz zur Vorweihnachtszeit. "Das ist anders geworden, insofern sehe ich da Ansätze, wie wir Spiele gewinnen können", sagte Steffen.
Werder stecke spätestens jetzt "im Abstiegskampf", sagte Topp: "Wir haben einfach zu wenig Punkte geholt seit November. Wir müssen da rauskommen." Mit oder ohne Steffen.
