Daniel Bauer rechnete schonungslos mit seinen Spielern ab. "Wir verhalten uns zum Teil wie eine Schülermannschaft", klagte der selbst unter Druck stehende Trainer des VfL Wolfsburg und legte nach dem nächsten herben Rückschlag beim 2:3 (1:0) gegen den FC Augsburg den Finger in die Wunde: "Da reicht die Qualität nicht. Punkt. Wenn wir da nicht ganz schnell draus lernen, dann werden wir die Klasse nicht halten können."
(Noch) Keine Trainerdiskussion
20 Punkte nach 23 Spieltagen bedeuten die schlechteste Ausbeute der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte. Als Folge von sechs Spielen ohne Sieg in der Rückrunde stecken die Niedersachsen tief im Abstiegskampf. Und selbst Bauer, der erst im November von Paul Simonis übernahm, wird über kurz oder lang um seinen Job fürchten müssen, wenn es so weitergeht - wobei ihm die Bosse zunächst den Rücken stärkten.

"Es gibt keine Trainer-Diskussion. Wir können nicht sagen, dass die Dinge an Daniel Bauer liegen. Es ist der ganze Verein. Wir wollen mit Daniel Bauer weitermachen. Wir sehen, was er macht, seitdem er da ist", wird Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen in der Bild-Zeitung zitiert.
Der Coach ging derweil in die Offensive und zählte die lange Mängelliste seines Teams auf. "Wir sind zu lieb, wir sind zu naiv", sagte Bauer und forderte: "Wir müssen lernen, auch mal über die Grenze zu gehen."
"Fürchte um die Zukunft des Klubs"
Dabei hatte der VfL am Samstag zweimal durch Yannick Gerhardt (41.) und Kento Shiogai (71.) geführt. Bis zur 87. Minute stand es immer noch 2:1 für die Gastgeber, als Denis Vavro einen Blackout hatte. Der Innenverteidiger verursachte völlig unnötig einen Handelfmeter. "Dazu sage ich besser nichts", erklärte Bauer, um es dann doch zu tun: "Denis ist ein Kämpfer, er hält für uns immer die Knochen hin. Aber das darf nicht passieren."

Michael Gregoritsch nahm das Geschenk zum Ausgleich an, ehe Elvis Rexhbecaj seinen Ex-Klub mitten ins Herz traf (90.+3). Es fühle sich wie "ein Dolchstoß" an, so Bauer. Nach diesem wird auch über Bauer diskutiert. "Es geht überhaupt nicht um meine Person. Um meine Zukunft fürchte ich mich gar nicht", betonte Bauer bei Sky. Aber: "Ich fürchte um die Zukunft des Klubs." Dennoch sind Bauers Schicksal und das des Vereins miteinander verbunden.
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