Kasper Hjulmand schärfte noch einmal eindringlich die Sinne seiner wankelmütigen Werkself. Der Ligafrust nach dem Patzer in Köpenick? Das Gerede über eine mögliche bayerische Festspielwoche? Oder die komfortable Ausgangslage nach dem überzeugenden Auftritt in Griechenland?
Der Trainer von Bayer Leverkusen ließ keine Ausreden zu, als er seine Profis auf den anvisierten Einzug ins Achtelfinale der Champions League einschwor.
"Es ist nur die erste Halbzeit. Es ist ein gutes Resultat, aber es ist auch gefährlich", warnte der dänische Coach vor dem zweiten Duell mit Olympiakos Piräus – trotz des 2:0-Erfolgs im Play-off-Hinspiel.

Am Dienstag (21 Uhr/Prime Video und Flashscore-Audioreportage) müsse sein Team "unbedingt" seine beste Leistung zeigen. Torhüter Janis Blaswich unterstrich dies: Der Fokus werde darauf liegen, "dass wir nicht in den Köpfen haben, wie das Hinspiel ausgegangen ist".
Match-Center: Leverkusen vs. Piräus
Dämpfer in Berlin-Köpenick
Die Tür zum Achtelfinale steht weit offen. Im Schongang – das verdeutlichten Hjulmands Aussagen – wird Bayer der Sprung in die nächste Runde kaum gelingen. Zumal die Saison einer Achterbahnfahrt gleicht.
Auf den Höhenflug mit sieben Spielen ohne Pleite folgte der unerwartete Absturz bei Union Berlin (0:1) – ein empfindlicher Dämpfer im Kampf um die erneute Königsklassen-Qualifikation.

"Es muss nicht immer schön sein"
Man dürfe sich kurz nach der Niederlage gerne aufregen und sauer sein, sagte Robert Andrich. "Aber es muss weitergehen", forderte der Kapitän umgehend. Sein Team habe "ein schweres Spiel vor der Brust" und müsse in der Champions League "den nächsten Schritt machen".
Die Griechen, gegen die es in der Ligaphase noch eine 0:2-Pleite gegeben hatte, sollen keinesfalls unterschätzt werden. Im Hinspiel gegen Piräus sei Bayer immerhin schon "ein weiterer Entwicklungsschritt" gelungen. "Wir haben häufiger auch mal den langen Ball gewählt – das sieht nicht immer schön aus, nimmt aber Druck raus", sagte Andrich: "Es muss nicht immer nur schön sein".
Es winken Top-Gegner
Und obwohl der Trainer den Fokus bei der Mannschaft auf das Rückspiel legte, sorgt das Achtelfinale im Umfeld schon für Gesprächsstoff. Dort ginge es für Bayer im Falle des Weiterkommens gegen den FC Arsenal oder den FC Bayern. Gleich drei Duelle mit den Münchnern stehen Leverkusen womöglich im März binnen einer Woche bevor. Dazu kommt das Pokal-Halbfinale gegen die Bayern im April.
Ein besonderer Anreiz also? Bislang sei auf dem Weg unter die besten 16 Europas nur "der erste Schritt" gemacht, warnte Andrich. Und zunächst einmal muss Bayer seine Schwankungen in den Griff bekommen.

