Nach dem Spiel am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) sollen die Bäume wieder angepflanzt werden. Den "Riesenaufwand", sagte Björnö, betreiben sie in der Ölstadt in Südwestnorwegen gerne, "es macht sogar Spaß". Und nach den Arbeiten "mit Axt und Motorsäge", von denen die Lokalzeitung Aftenblad berichtete, soll in der kleinen Lyse Arena (15.000 Plätze) der ungewohnte Platz helfen, auch Kane und Co. zu Fall zu bringen.
"Ich habe in 20 Jahren Karriere nie auf Kunstrasen gespielt", bekannte Bayern-Trainer Vincent Kompany, einst ein beinharter Verteidiger, vor der Reise ins Ungewisse. Begleitet wurde sie von der anhaltenden Debatte um Manuel Neuer, der nicht wegen seiner Patzer in Augsburg, sondern aus Rotationsgründen von Urbig ersetzt werden soll. Außerdem schreit der Platz im hohen Norden förmlich nach jüngeren Gelenken.
Der Kunstrasen, weiß "Experte" Kane aus eigener Erfahrung 2017 mit England in Litauen, "geht etwas stärker auf Knie und Knöchel". Um sich daran zu gewöhnen, reiste der Rekordmeister früher an als üblich und verlegte das Abschlusstraining nach Stavanger. Alles andere, betonte Sportvorstand Max Eberl, "wäre fahrlässig".
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Als mögliche Ausrede sollen die Verhältnisse aber nicht dienen. "Ob Wind, Regen oder Sonne, egal ob in Amerika in Carolina bei 45 Grad oder in Viking bei minus 5 Grad auf Kunstrasen, es ist für mich alles egal", sagte Kompany und betonte: "Ich möchte gerne, dass wir überall Bayern sind."
Eberl sekundierte vor dem zweiten Norwegen-Duell nach dem 5:0 zum Auftakt gegen Bodö/Glimt: "Wir wollen gegen Stavanger gewinnen, Punkt." Mittelfeldchef Joshua Kimmich geht "davon aus", dass die Bayern auch auf Kunstrasen "sehr guten Fußball spielen" werden.
Tripic als "König von Stavanger"
Ihre Spielweise, betonte Kane, der als Talent in der Karrieresackgasse 2012 den "Wikingern" angeboten worden sein soll, werden die Münchner nicht verändern. "Mit den richtigen Schuhen" sollte der Belag "kein großes Problem sein". Auch das Wetter spielt bei erwarteten 12 Grad mit. "Gut, dass wir im Herbst und nicht im Winter dort spielen, sonst wäre der Unterschied größer", sagte Kane.
Die kleine Arena allerdings wird brennen. Nach 127 Jahren Klubgeschichte feiert der norwegische Meister aus der viertgrößten Stadt des Landes (130.000 Einwohner) seine Heimpremiere in der Königsklasse - und das nach dem 1:3 beim VfB Stuttgart gleich gegen den sechsmaligen Champion.
Verwaltungschef Tord Malde Pedersen sagte: "Man muss sich kneifen, was für ein Märchen." Geschäftsführer Björnö ergänzte: "Größer wird's nicht!" Und Kapitän Zlatko Tripic, einst in Fürth auf Torejagd und als "König von Stavanger" verehrt, glaubt an die Sensation. "Wir werden ihnen das Leben schwer machen, da bin ich mir absolut sicher." Notfalls mit der Axt.
