"Das war sehr erleichternd", betonte der 23-Jährige, die Champions-League-Trophäe für den Spieler des Spiels hielt er dabei stolz in den Händen. Diese erhalte einen Ehrenplatz, verriet Tillman, daheim neben all seinen bisherigen Auszeichnungen. Sie könnte jedenfalls in gewisser Weise für den Durchbruch des Leverkusener Königstransfers stehen.
Zum Match-Center: Bayer Leverkusen vs. FC Villarreal
In den Monaten zuvor, das gab Tillman nach seinem überzeugenden Auftritt und dem Doppelpack beim 3:0 (2:0) gegen den FC Villarreal zu, hätte schließlich "mehr von mir kommen können". Er erwarte selbst "mehr" von sich, sagte der US-Nationalspieler, dessen Start im Rheinland von Zweifeln, Kritik, aber auch einigen Verletzungen geprägt war.
Rekordtransfer und Wirtz-10
Eine Rekordablöse von 35 Millionen Euro hatte Bayer im Sommer an die PSV Eindhoven für den Mann überwiesen, der die riesige Lücke nach dem Abgang von Ausnahmekönner Florian Wirtz füllen sollte. Tillman spielte zwar meist auf dessen Position und trägt dessen Rückennummer "10", nur an dessen Einfluss auf das Bayer-Spiel reichte er bisher nicht heran.
Die Erwartungen an den Offensivspieler im Sommer waren riesig. Sieben Jahre hatte Tillman beim FC Bayern gespielt, meist für die zweite Garde, wie sein älterer Bruder Timothy (27). Auf dem Papier ist er Champions-League-Sieger 2020. Doch wie "echte" Titel fühlten sich für ihn erst die beiden Meisterschaften in den Niederlanden an, nicht zuletzt aufgrund der starken Leistungen dort, die ihn in Leverkusen in den Fokus rückten.
Bayer-Sportchef Simon Rolfes dürfte daher am Mittwoch etwas Genugtuung verspürt haben. Tillmans Auftritt sei "sehr, sehr gut" gewesen, lobte er und versprach: "Das wird noch besser werden." Tillman, der sich auch wegen der Heim-WM in den USA von seiner besten Seite zeigen will, gab zu verstehen, dass er sich auf dieser Leistung "nicht ausruhen" werde.
"Noch eine offene Rechnung"
Einen Tillman in Topform, der weitere kleine Schritte aus dem Wirtz-Schatten macht, benötigt Bayer dringend – vor allem angesichts der Aussicht auf deutsche Wochen in der Königsklasse. Duelle mit Borussia Dortmund und Bayern München drohen in den kommenden Runden.
"Ein kleines Ziel" sei durch den Einzug in die Zwischenrunde immerhin erreicht, sagte Tillman. Ob es dort nun gegen den BVB oder wie zuletzt bei der Ligaphasen-Pleite erneut gegen Olympiakos Piräus geht, sei egal: "Wir haben mit beiden noch eine offene Rechnung."
