Kommentar: Zuerst pink, dann Nike - ist dem DFB gar nichts mehr heilig?

Das neue Ausweichtrikot der deutschen Nationalelf.
Das neue Ausweichtrikot der deutschen Nationalelf.Profimedia

Ja, ist dem DFB denn gar nichts mehr heilig? Erst das neue pink-lilafarbene Auswärtstrikot, dann auch noch der Ausrüsterwechsel 2027 von adidas zu Nike - es sind keine leichten Tage für Fußball-Traditionalisten.

Ein Aufschrei geht durch das Land. Von der versammelten Bundespolitik und vielen Fans gibt es laute Kritik an der Entscheidung, dem deutschen Unternehmen mit den drei Streifen den Laufpass zu geben und sich stattdessen den "Swoosh" des US-Giganten auf die Brust zu drucken.

Was bisher untrennbar erschien, gehört plötzlich nicht mehr zusammen. Der Schmerz darüber ist durchaus nachvollziehbar, wie auch die Frage, ob der Zeitpunkt der Verkündung so richtig glücklich ist.

So ist der moderne Fußball

Doch vieles an dem Deal erscheint logisch und Teile der Kritik mindestens blauäugig. Der Profifußball ist von vorne bis hinten durchkommerzialisiert, Fan-Interessen stehen längst nicht mehr an erster Stelle. Diese Entwicklung macht auch vor dem viermaligen Weltmeister nicht Halt. Natürlich nicht.

Die Nationalmannschaft zählt nicht ohne Grund zu einem der vier Geschäftsbereiche der DFB GmbH & Co. KG. Natürlich ist es der Auftrag der Chefs, möglichst hohe Einnahmen zu generieren.

Als klammer DFB ein Angebot auszuschlagen, was dem Vernehmen nach die bisherigen Bezüge verdoppelt und womöglich Investitionen in die Basis sichern könnte, ist trotz allen Bewusstseins für adidas' herausragende Rolle in der deutschen Fußballgeschichte kaum möglich. Das wissen sicher auch jene Politiker, die die emotionsgeladene Debatte für sich nutzen wollen.