Rund acht Monate später hat sich das Bild deutlich gewandelt. Rashford gehört nun zu den Profiteuren der Situation. Barcelona spielt eine starke Saison, mischt im Titelrennen der LaLiga mit und darf sich auch in der Champions League berechtigte Hoffnungen auf ein weitreichendes Abschneiden machen. Selbst in der Copa del Rey ist trotz schwieriger Ausgangslage noch alles möglich.
Auch persönlich hat Rashford die Chance genutzt. Seine Leistungen zeigen, dass er sich sportlich wie kulturell schnell an neue Gegebenheiten angepasst hat.
Die Bilanz kann sich sehen lassen: In der Liga steuerte er vier Tore und sechs Vorlagen bei, dazu kommen starke Werte in Pokal und Champions League. Berücksichtigt man die Umstellung auf ein neues Umfeld, eine andere Spielphilosophie und eine fremde Sprache, unterstreichen diese Zahlen seine Qualität.
Zusätzlich hatte er mehrfach Pech im Abschluss: Aluminiumtreffer und knappe Fehlversuche verhinderten eine noch bessere Statistik. Vor diesem Hintergrund wirkt die kolportierte Ablösesumme von rund 30 Millionen Euro im Sommer vergleichsweise niedrig.

Besonders auffällig ist Rashfords Tempo, das er effektiv in Kontersituationen einsetzt. Viele Verteidiger haben große Probleme, ihn zu stoppen, sobald er ins Laufen kommt.
Verbesserungspotenzial zeigt sich jedoch in der Chancenverwertung in der Liga. Während seine Quote in der Champions League solide ist, fällt sie in LaLiga deutlich ab. Das erklärt auch, warum er dort häufig zunächst auf der Bank Platz nimmt, wenn die Konkurrenz auf den Flügeln fit ist.
Die Rolle im Team als Knackpunkt
Ein entscheidender Faktor für einen festen Wechsel könnte seine Einsatzzeit sein. Zwar kommt Rashford auf eine ordentliche Anzahl an Startelfeinsätzen, doch seine Rolle wirkt nicht immer gefestigt.
Trotz guter Leistungen – etwa stabiler Passquoten und hoher Zweikampfstärke – lässt sich argumentieren, dass er noch nicht durchgehend das Vertrauen des Trainers genießt. Gerade in der entscheidenden Saisonphase könnte sich das jedoch ändern, da mehr Rotation notwendig ist.
Gleichzeitig scheint Rashford auf eine größere Rolle zu drängen. Dass seine Berater bereits jetzt aktiv Einfluss auf Vertragsbedingungen nehmen wollen, könnte allerdings verfrüht sein.
Nicht nur Rashford geht ein Risiko ein. Auch Barcelona spielt ein taktisches Spiel: Trotz eines bereits günstigen Preises könnten die Verantwortlichen versuchen, den Transfer weiter zu drücken. Ein Vorteil aus Klubsicht könnte sein, dass der Verein weiß, dass der Spieler unbedingt bleiben möchte.

Diese Dynamik birgt für beide Seiten Unsicherheiten. Während Barcelona wirtschaftlich profitieren will, riskiert Rashford, sich durch zu hohe Forderungen selbst aus einer vielversprechenden Situation zu manövrieren.
Offenes Ende – mit viel Potenzial
Der Ausgang bleibt offen. Setzt Rashford seine starke Entwicklung fort, spricht vieles für einen dauerhaften Verbleib in Barcelona. Eine erfolgreiche Weltmeisterschaft mit England könnte seinen Marktwert zusätzlich steigern und Manchester Uniteds Entscheidung im Nachhinein noch fragwürdiger erscheinen lassen.
Sollten jedoch die Verhandlungen ins Stocken geraten oder die Erwartungen zu weit auseinandergehen, könnte Rashford eine der besten Chancen seiner Karriere noch aus der Hand geben.

