Die Schwierigkeiten auf der Sechserposition begleiten den FC Barcelona bereits seit mehreren Spielzeiten und konnten bislang nicht nachhaltig gelöst werden. Spätestens seit dem Abgang von Sergio Busquets im Sommer 2023 ist die Rolle strukturell geschwächt.
Systemwechsel als Folge der Personallage
Hansi Flick reagierte auf diese Problematik mit einer taktischen Anpassung. Statt strikt am traditionellen 4-3-3 festzuhalten, setzt der deutsche Trainer vermehrt auf ein 4-2-3-1-System.
Das kommt seinem intensiven Pressingansatz entgegen, ist aber auch eine pragmatische Lösung. So wird die Verantwortung auf zwei Schultern verteilt – eine Notwendigkeit angesichts der aktuellen Kaderstruktur.
Ausfälle verschärfen die Situation – Pedri als Übergangslösung
Die Lage wird nun durch den Ausfall von Marc Bernal zusätzlich erschwert. Der 19-Jährige hatte sich in der Abwesenheit von Frenkie De Jong zunehmend in den Vordergrund gespielt, fällt nun jedoch zumindest für das Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Atletico Madrid verletzt aus. Damit ist Flick erneut gezwungen, auf einer ohnehin sensiblen Schlüsselposition zu improvisieren.
Aktuell übernimmt Pedri eine der beiden Sechserrollen. Der technisch herausragende Mittelfeldspieler überzeugt durch Spielintelligenz und Konstanz, wird in dieser Position jedoch nicht ideal eingesetzt. Seine Qualitäten im Offensivspiel kommen so nur eingeschränkt zur Geltung – doch welche Optionen hat Flick?
Die internen Alternativen
Casadó als naheliegende Option
Marc Casadó gilt als die logischste Lösung. Bereits in der vergangenen Saison sprang er nach einer Verletzung von Bernal ein und zeigte solide Leistungen. Zeitweise stand er sogar vor de Jong in der internen Rangordnung.
Eric García als flexible Variante
Auch Eric García bietet sich als Alternative an. Der Defensivspieler bringt ein gutes Aufbauspiel mit und erfüllt damit zentrale Anforderungen an die Sechserrolle im Barca-System. Bereits unter Pep Guardiola bei Manchester City wurde er situativ im defensiven Mittelfeld eingesetzt.
Gavi bringt Dynamik
Mit Gavi steht zudem eine weitere Option zur Verfügung. Nach seiner Verletzung kehrt er schrittweise zu alter Form zurück und kann dem Spiel neue Intensität verleihen. Allerdings ist er weniger ein strukturierender Taktgeber als vielmehr ein Spieler, der über Energie und Aggressivität kommt.
Die zentrale Baustelle bleibt
Unabhängig von den personellen Lösungen zeigt sich ein klares Bild: Dem FC Barcelona fehlt weiterhin ein Spieler mit dem Profil von Sergio Busquets. Ein klassischer Sechser, der das Spiel lenkt, Pressing auflöst und gleichzeitig defensive Stabilität gewährleistet, ist im aktuellen Kader nicht vorhanden.
Solange diese Lücke nicht geschlossen wird, bleibt die Position eine Dauerbaustelle – und Flick gezwungen, zwischen verschiedenen Kompromisslösungen zu wählen.
