Vier Faktoren könnten am Nachmittag (ab 17:30 Uhr bei Sky und in der Flashscore-Audioreportage) den Ausschlag geben:
Standardsituationen: Vorteil Arsenal oder schlägt Chelsea mit eigenen Waffen zurück?
Arsenal ist in dieser Saison das gefährlichste Team bei Standardsituationen. Mit 10 Toren (ohne Elfmeter) führen sie die Liga an. Auch ohne die Wucht von Gabriel Magalhães schlugen sie zuletzt in der Champions League zu, als Jurriën Timber per Ecke traf.
Chelsea hingegen wird in diesem Bereich unterschätzt: Mit acht eigenen Standardtoren stellen sie den zweithöchsten Wert der Liga und erzeugen 0,45 xG pro Spiel aus solchen Situationen. Doch defensiv zeigt sich ihre Schwäche: 6,2 erwartete Gegentore aus Standards (die zweitschlechteste Bilanz der Liga) und bereits mehrere spielentscheidende Treffer kassiert, etwa gegen Manchester United, Brighton oder Brentford.
Arsenal hat hingegen nur 24 gegnerische Standardschüsse zugelassen, mit Abstand der beste Wert der Liga. Die Londoner werden versuchen, genau diese Chelsea-Schwäche anzugreifen.
Mittelfeld-Duell: Caicedo vs. Rice
Es ist kein Glamour-Duell, doch die Bedeutung von Moisés Caicedo und Declan Rice könnte das Spiel maßgeblich prägen.
Caicedo glänzt als überragender Ballgewinner der Liga: 26 Balleroberungen, sechs mehr als jeder andere Spieler. Trotz Chelseas hohem Ballbesitz (59,3 %) erobert er außergewöhnlich viel und schaltet sich zunehmend offensiv ein. Bereits drei Ligatore sind ein persönlicher Rekord.
Rice hingegen hat sich zu einem nahezu perfekten Allrounder entwickelt. Er verbindet defensive Präsenz mit offensiver Durchschlagskraft und kommt in dieser Saison auf sieben Torbeteiligungen, nur von Trossard und Eze übertroffen. Beide sind Dauerbrenner und könnten erneut die vollen 90 Minuten absolvieren.
Die Frage lautet: Wer gewinnt das zentrale Duell: der Balleroberer oder der Allrounder?
Arsenals Tiefe: Spielentscheider von der Bank
Ein Problem der vergangenen Jahre bei Arsenal scheint behoben: der Leistungsabfall bei Ausfällen. Arsenal hat im Sommer massiv nachgerüstet: Viktor Gyökeres, Eberechi Eze und Martin Zubimendi sind sofortige Stammspieler, während Akteure wie Cristhian Mosquera, Piero Hincapié und Noni Madueke nahtlos einsprangen, sobald Verletzungen auftraten.
Das gibt Mikel Arteta die Möglichkeit, seine Einwechselspieler als echte „Finisher“ zu nutzen. Gegen Bayern München erzielten Joker das zweite und dritte Tor, vorbereitet von einem weiteren Mann von der Bank. Insgesamt hat Arsenal bereits 15 Torbeteiligungen von Einwechselspielern, der höchste Wert in der Amtszeit von Arteta und eine Steigerung von über 80 % gegenüber der Vorsaison.
Selbst mit möglichen Ausfällen wie Leandro Trossard reist Arsenal mit enormer Breite an. Und diese Breite könnte gegen ein Chelsea, das oft späte Gegentore frisst, spielentscheidend werden.
Cucurella gegen Saka: Das Match-up, das alles verändern kann
Wer Arsenal stoppen will, muss Bukayo Saka stoppen. Und Chelsea könnte mit Marc Cucurella genau den richtigen Gegenspieler haben.
Der Spanier zeigte sich in dieser Saison deutlich stabiler und leistete sich noch keinen groben Fehler. Besonders beeindruckend war seine Leistung gegen Barcelonas Lamine Yamal, den er beim 3:0 in der Champions League komplett neutralisierte.
Er bringt auch Selbstvertrauen aus direkten Duellen mit Saka mit: Beim 1:1 an der Stamford Bridge in der letzten Premier-League-Saison blieb Saka weitgehend blass. Im Euro-2024-Finale gelang Saka kein Schuss und kein erfolgreiches Dribbling, während Cucurella sogar den Siegtreffer vorbereitete.
Cucurellas mentale Robustheit und aggressives Eins-gegen-Eins könnten Chelsea helfen, Arsenals Schlüsselspieler einzudämmen. Doch selbst wenn das gelingt, bleiben Arsenal zahlreiche weitere Angriffspunkte.
