"In der Mongolei sprechen 30.000 Menschen Deutsch, viele davon sind Bayern-Fans", sagt Ogi, der mit vollem Namen Otgonbayar Ulaankhuu heißt, dem SID. Er selbst wurde zum "heißblütigen" Anhänger, wie er sagt, als er zehn Jahre in Deutschland studierte und Lothar Matthäus verehrte. Zurück in der Mongolei gründete er 2009 den Fanklub.
Doch damit nicht genug. "Seit 2014 spielen wir selbst, zuerst bei Turnieren. Wir wurden immer besser, also haben wir das Ganze 2020 auf professionellere Beine gestellt", erzählt Ogi: "Dann sind wir wie eine Rakete nach oben gekommen." Wohl war: Nach drei Aufstiegen in vier Jahren spielen die Bavarians seit dieser Saison erstklassig. Beim entscheidenden Play-off-Spiel, ausgerechnet gegen die "Löwen" der BCH Lions, gab es für die 100 Zuschauer Bratwurst und deutsches Bier.
Vom Feld auf die Tribüne
Die Bayern-Fans stehen längst nicht mehr auf dem Rasen, dazu reicht die Qualität nicht, sondern auf der Tribüne. Einer trägt gar das Vereinslogo als Tattoo auf der Brust. "Er ist der verrückteste Bayern-Fan der Mongolei", sagt Ogi. Die Heimspiele der "echten" Bayern verfolgen alle zusammen regelmäßig vor dem Fernseher - auch wenn der Anpfiff meistens erst mitten in der mongolischen Nacht ertönt.

Ab und an reist einer der Bayern-Fans trotz begrenzter Mittel sogar zu einem Bundesligaspiel nach München. "Wir losen, und der Gewinner darf fliegen. Die Kosten übernehmen Sponsoren", sagt Ogi. Auch bei Veranstaltungen etwa für Waisenkinder helfen die Geldgeber, doch im Sommer hört der wichtigste Unterstützer auf. "Wir suchen daher einen neuen Sponsor", sagt Ogi.
Denn auch sportlich soll es weiter aufwärts gehen. In dieser Saison lautet das große Ziel Klassenerhalt, um in den kommenden Jahren in der Tabelle zu klettern. "Wir wollen eine der besten vier Mannschaften in der Mongolei werden", sagt Ogi: "Wir wollen nach oben."
Und da klingt er dann doch ein wenig wie die "richtigen" Bayern.
