Der Franzose, der erst am 3. Dezember verpflichtet worden war, musste seitdem wettbewerbsübergreifend sechs Niederlagen in acht Spielen hinnehmen. Eine Bilanz, die den Druck auf ihn und die Vereinsführung erheblich verschärft hat.
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Während Celtic schwächelt, haben die Rangers die Gunst der Stunde genutzt. Einen Neun-Punkte-Rückstand auf den Erzrivalen konnten sie in kürzester Zeit aufholen, sind nun punktgleich mit Celtic und liegen lediglich drei Zähler hinter Tabellenführer Hearts.
Celtic-Coach Nancy: "Nichts ändert sich"
Für viele Anhänger ist die Negativserie unter Nancy jedoch nur der jüngste Auslöser für ihren Unmut. Nach Abpfiff versammelten sich Tausende vor dem Stadion und forderten personelle Konsequenzen auf Vorstandsebene.
Nancy selbst zeigte sich kämpferisch. "Nichts ändert sich", sagte er bei Sky Sports mit Blick auf seine Zukunft. "Mein Fokus liegt darauf, die Spieler besser zu machen und die Wende zu schaffen. Wir sind nah dran, gute Dinge zu erreichen, aber die Art und Weise, wie wir teilweise Gegentore kassieren, macht es extrem schwierig."
Dabei hatte alles vielversprechend begonnen. Noch am Vorabend des Derbys hatte Nancy in einer leidenschaftlichen Ansprache um Geduld und Vertrauen gebeten, und seine Mannschaft schien zunächst zu reagieren. Celtic dominierte die erste Halbzeit klar und ging durch einen starken Sololauf und einen wuchtigen Abschluss von Yang Hyun-jun verdient in Führung.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie jedoch komplett. Youssef Chermiti drehte das Spiel innerhalb von neun Minuten mit zwei Treffern zugunsten der Rangers. Der portugiesische Stürmer, der im September für rund zehn Millionen Euro von Everton gekommen war und zuletzt wegen seiner Chancenverwertung in der Kritik stand, zeigte sich eiskalt: Erst staubte er nach einer flachen Hereingabe von Nico Raskin zum Ausgleich ab, dann enteilte er einer schläfrigen Celtic-Abwehr und ließ Kasper Schmeichel keine Chance.
Rangers-Trainer Röhl sieht "Statement"
Den Schlusspunkt setzte der von Tottenham ausgeliehene Mikey Moore mit einem präzisen Abschluss ins lange Eck.
Der deutsche Rangers-Trainer Danny Röhl sprach anschließend von einem Signal an die Konkurrenz. "Das ist ein Statement. Es sind enorm wichtige drei Punkte, aber jetzt geht es darum, unseren Weg konsequent weiterzugehen", sagte er. Seit seinem Amtsantritt im Oktober hat Rohl neun seiner zwölf Ligaspiele gewonnen.
Unabhängig vom Trainer steht auch die Celtic-Führung schon länger unter Druck. Kritisiert werden vor allem angeblich fehlende Investitionen in den Kader. Die Entscheidung, Nancy ausgerechnet mitten in der intensiven Festtagsspielzeit zu installieren, wird nun zunehmend hinterfragt.
Bei noch 18 ausstehenden Ligaspielen muss der Vorstand entscheiden, ob er weiter auf den riskanten Umbruch mit Nancy setzt – oder erneut die Reißleine zieht.
Celtic hat 14 der letzten 15 Meistertitel in der Scottish Premiership gewonnen, darunter die vergangenen vier. Doch diese Dominanz wackelt gewaltig. Hearts mischen ernsthaft im Titelrennen mit, und die formstarken Rangers haben die Jagd auf die alte Ordnung eröffnet. Die jahrzehntelange Vorherrschaft des Old Firm steht so sehr unter Druck wie lange nicht mehr.
