Siegtor und Blutgrätsche: Viel Trubel um Arsenals "Lucky Boy" Havertz

Kai Havertz (r.) nach dem wichtigen Sieg von Arsenal gegen Burnley
Kai Havertz (r.) nach dem wichtigen Sieg von Arsenal gegen BurnleyREUTERS/Hannah Mckay

Kai Havertz setzte zur Blutgrätsche an - und in der Kommentatoren-Box schlugen selbst die einschlägig vorbelasteten Gary Neville und Jamie Carragher die Arme über dem Kopf zusammen. "Puh, da ist er aber ein absoluter Glückspilz", sagte Sky-Experte Neville. Und Carragher rief erregt: "Das muss einfach eine Rote Karte sein."

Nationalspieler Havertz hatte den FC Arsenal am Montagabend zum 1:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Burnley geköpft und damit dem ersten Meistertitel nach 22 Jahren ganz nahe gebracht. Gewinnt Verfolger Manchester City am Dienstagabend nicht beim AFC Bournemouth (20.30 Uhr/Sky und Flashscore-Audioreportage), ist Champions-League-Finalist Arsenal durch.

Zum Match-Center: FC Arsenal vs. FC Burnley

Doch nicht wegen seines Treffers in der 37. Minute stand der Ex-Leverkusener nach dem Schlusspfiff in London im Mittelpunkt - mit seinem herben Tritt gegen Burnleys Lesley Ugochukwu versetzte Havertz die seit den Zeiten eines Roy Keane oder Vinnie Jones durchaus hartgesottene Premier League in Aufruhr.

Kein Platzverweis trotz VAR-Check

"Ein brutales Einsteigen von Havertz. Er ist meilenweit vom Ball entfernt. Es ist ja nicht nur das Umgrätschen, sondern vor allem der Treffer weit oben mit offener Sohle", sagte Neville, früherer Keane-Kollege und selbst kein Kind von Traurigkeit, nachdem Havertz seinen Gegenspieler in der 66. Minute ohne wirkliche Chance auf den Ball fies mit den Stollen an der Wade erwischt hatte: "Das ist echt nicht okay."

Schiedsrichter Paul Tierney gab trotz freier Sicht Gelb, der VAR-Check bestätigte dieses Urteil - es habe sich "nicht um ein grobes Foulspiel" gehandelt, wie die Premier League nach der Überprüfung mitteilte. Und nicht nur Burnleys Interimscoach Mike Jackson verstand die Welt nicht mehr.

"Das war gefährlich und hätte zu einer Verletzung führen können", sagte Jackson: "Im heutigen Fußball ist das einfach eine Rote Karte. Und die hätte das Spiel zu unseren Gunsten kippen lassen können."

Arsenals Teammanager Mikel Arteta, der Havertz gleich danach auswechselte, gab sich kleinlaut: "Ich habe mir durchaus Sorgen gemacht, als die Szene überprüft wurde." Letztlich blieb es aber dabei: Havertz war der "Lucky Boy", wie Neville anmerkte.