"Spektakulärer Absturz": Hintergründe zur Verurteilung von Ex-PL-Schiedsrichter Coote

David Coote war Anfang Januar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
David Coote war Anfang Januar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.Nigel French, PA Images / Alamy / Profimedia

David Coote, ehemals Schiedsrichter in der englischen Premier League, wurde Anfang Januar vor dem Nottingham Crown Court verurteilt. Die Verhandlung offenbarte einen komplexen Fall, der mit einem "spektakulären Absturz" – so die Formulierung der Richterin – endete. Cootes Ruf ist, wie seine Verteidigerin Laura Jane Miller einräumte, "unwiderruflich beschädigt".

Coote hatte sich im Oktober schuldig bekannt, verbotene Bilder von Kindern angefertigt zu haben. Konkret wurde im Februar letzten Jahres auf einer Festplatte in seinem Haus ein Video gefunden, das einen 15-jährigen Jungen in Schuluniform bei sexuellen Handlungen an sich selbst zeigt.

Dieses Material wurde als schwerwiegendste Straftat der Kategorie A eingestuft. Richterin Shant betonte: "Diejenigen, die solche Straftaten begehen, müssen verstehen, dass dabei ein echtes Kind missbraucht wird." Das Video war im Januar 2020 über einen Laptop heruntergeladen worden, der laut Gericht der Schiedsrichter-Organisation PGMOL (Professional Game Match Officials Limited) gehörte.

Der Auslöser der Ermittlungen

Die Entdeckung des Videos war ein indirektes Ergebnis eines beruflichen und medialen Absturzes Cootes. Im November 2024 geriet seine Karriere ins Wanken, nachdem ein viraler Clip in sozialen Medien ihn zeigte, wie er den ehemaligen Liverpool-Trainer Jürgen Klopp beschimpfte. Daraufhin wurde er suspendiert und im Dezember 2024 von der PGMOL entlassen.

Es folgten Presseberichte über angeblichen Drogenkonsum und Spielmanipulationen. Der englische Fußballverband leitete eine Untersuchung ein. Coote wurde zwar von den Manipulationsvorwürfen freigesprochen, doch die Verbandsermittlungen brachten bei einer Überprüfung seiner elektronischen Geräte "besorgniserregende Gespräche" ans Licht. Dies veranlasste die Polizei, sein Haus in Nottinghamshire zu durchsuchen, wo der Laptop und die Festplatte beschlagnahmt wurden.

Die Verteidigung führte mehrere erschwerende Umstände in Cootes Leben an. Zum Zeitpunkt des Herunterladens des Materials vor sechs Jahren – zwei Tage vor einem FA-Cup-Spiel – sei er unter großem Stress gewesen. Er habe bereits seit 2017 aufgrund einer zerbrochenen Beziehung unter psychischen Problemen gelitten, die eskaliert seien. Nach außen habe er das Bild eines erfolgreichen Schiedsrichters abgegeben, intern aber gekämpft.

Zudem wurde sein Kokainkonsum detailliert beschrieben, über den zuerst "The Sun" berichtet hatte. Er habe 2019 damit begonnen und die Droge bis zu einer Polizeirazzia im Februar letzten Jahres konsumiert. Die Verteidigung beschrieb die Droge als "Bewältigungsmechanismus" – Coote schäme sich für seine Taten.

Richterin mit persönlicher Note

Im vergangenen Jahr war er bereits wegen Besitzes von Kokain verwarnt worden. Die PGMOL führt gemäß dem WADA-Kodex keine Drogentests bei Schiedsrichtern durch.

Die Verteidigerin betonte, Coote habe "seine Karriere und seinen Ruf verloren", und das unter intensiver Medienbeobachtung. Eine Aussage, die von Richterin Shant missbilligend kommentiert wurde: "Manche mögen sagen, dass er sich das selbst zuzuschreiben hat."

Die Verteidigung verwies darauf, dass Coote seit den Vorwürfen Hilfe suche. Er habe an von der PGMOL finanzierten Therapiesitzungen teilgenommen und sehe nun wöchentlich einen Psychiater auf eigene Kosten. Zudem arbeite er "in den letzten Monaten in einer Verwaltungsfunktion".

Auch seine geoutete Homosexualität (in Medieninterviews nach seiner Entlassung) wurde als nun anerkanntes Persönlichkeitsmerkmal angeführt. Diese Schritte zeigten, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommen wolle.

Aufnahme in Strafregister

Das Gericht sah dies als strafmildernd an, ebenso wie das letztendliche Schuldbekenntnis. Für die schwerwiegende Straftat wurde eine 12-monatige Haftstrafe angesetzt, die aufgrund des Geständnisses um ein Viertel auf neun Monate reduziert wurde. Diese Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, sodass Coote nicht ins Gefängnis muss. Zusätzlich wurde er zu 150 Stunden unbezahlter Arbeit verurteilt.

Eine zentrale Auflage ist eine Sexualstraftäter-Verfügung, die bis 2036 gilt. Sie verbietet Coote jeden Kontakt zu Minderjährigen unter 18 Jahren und soll Rückfälle verhindern. Richterin Shant warnte: "Wenn Sie in irgendeiner Weise gegen diese Verfügung verstoßen, werden Sie erneut vor Gericht gestellt und sofort zu einer Freiheitsstrafe verurteilt."

David Coote verließ den Gerichtssaal zwar als freier Mann, trägt jedoch die schwerwiegenden Konsequenzen seiner Handlungen. Wie seine Verteidigerin sagte: "Sein Leben ist weit entfernt von dem, was es einmal war, und er weiß, dass er diese Karriere nie wieder zurückbekommen wird."

Sein Versuch, "Schritt für Schritt" sein Leben und einen Teil seines Rufs wieder aufzubauen, dürfte, so das implizite Urteil des Berichts, für die meisten Beobachter unmöglich erscheinen.