Warum Manchester United Bruno Fernandes auf keinen Fall ziehen lassen darf

Manchester Uniteds Bruno Fernandes im Spiel gegen Manchester City
Manchester Uniteds Bruno Fernandes im Spiel gegen Manchester CityČTK / imago sportfotodienst / IMAGO

Die Entwicklung von Manchester United seit Beginn der Saison gleicht einer echten Wiedergeburt. Nach Jahren der sportlichen Stagnation haben die Red Devils wieder Boden gutgemacht. Auch wenn sich die Verpflichtung von Rúben Amorim letztlich nicht als nachhaltige Lösung erwies, brachte der Portugiese das Team zumindest phasenweise zurück in die Spur und legte damit einen wichtigen Grundstein.

Nun liegt es an Michael Carrick, den neu gewonnenen Optimismus weiter zu festigen und den Blick nach oben zu richten. Die Qualifikation für die Champions League ist längst kein unrealistisches Gedankenspiel mehr, sondern ein greifbares Ziel.

Für dieses Vorhaben braucht es eine geschlossene Mannschaftsleistung – und einen Spieler, auf den stets Verlass ist: Kapitän Bruno Fernandes.

Bruno Fernandes' Heatmap gegen Arsenal
Bruno Fernandes' Heatmap gegen ArsenalOpta by Stats Perform

Zwar wird dem Portugiesen von Kritikern immer wieder vorgeworfen, zu viel zu reklamieren oder nicht dem klassischen Bild eines Führungsspielers à la Roy Keane oder Bryan Robson zu entsprechen. Doch eines lässt sich ihm kaum absprechen: Nach Niederlagen stellt er sich der Verantwortung, tritt vor die Kameras und spricht offen an, was schiefgelaufen ist.

Was ihm möglicherweise an traditioneller Autorität fehlt, macht er durch seine Leistungen auf dem Platz mehr als wett.

Zahlen, die für sich sprechen

Allein in der laufenden Premier-League-Saison führt Fernandes die Assistliste mit zehn Vorlagen an und steuerte zusätzlich fünf Treffer selbst bei. Seit seinem Wechsel von Sporting Lissabon im Jahr 2019 liefert er konstant auf höchstem Niveau.

Ein Blick auf seine Ligabilanzen unterstreicht diese Konstanz eindrucksvoll: 2019/20 kam er in 14 Spielen auf acht Tore und sieben Assists. Es folgten Spielzeiten mit 18 Toren und zwölf Vorlagen (2020/21), zehn Treffern und sechs Assists (2021/22), acht Toren und acht Vorlagen (2022/23), erneut zehn Tore und acht Assists (2023/24) sowie zuletzt acht Treffer und zehn Vorlagen in 36 Einsätzen.

Doch Brunos Bedeutung lässt sich nicht allein an direkten Torbeteiligungen messen. Rechnet man alle Wettbewerbe zusammen, kommt Fernandes auf insgesamt 103 Tore für United. Damit liegt er mindestens zehn Treffer vor jedem anderen Teamkollegen. Auch bei den Assists ist sein Vorsprung enorm: 94 Vorlagen bedeuten satte 55 mehr als der nächstbeste Spieler im Kader.

Darüber hinaus prägt er das Spiel wie kaum ein anderer. Mit über 16.500 gespielten Pässen ist er der aktivste Ballverteiler im Team, ein Großteil davon in die gegnerische Hälfte. Seine vergleichsweise niedrigere Passquote erklärt sich vor allem durch sein risikoreiches, vertikales Spiel.

Bruno Fernandes' aktuelle Statistiken
Bruno Fernandes' aktuelle StatistikenFlashscore

Auch defensiv geht Fernandes voran. Kein Spieler im Kader hat seit der Saison 2019/20 mehr Tacklings geführt oder gewonnen. Hinzu kommen herausragende Werte bei Balleroberungen und Eins-gegen-eins-Duellen – Bereiche, die man nicht zwingend mit einem offensiven Mittelfeldspieler verbindet.

United darf diesen Spieler nicht verlieren

Unabhängig davon, wie man sein Temperament beurteilt: Bruno Fernandes ist weiterhin der wichtigste Spieler im Kader von Manchester United. Umso brisanter ist die Frage, wie es im Sommer weitergeht.

Berichten zufolge ist Fernandes zunehmend unzufrieden mit der Klubführung und soll offen für einen letzten großen Vertrag bei einem anderen Verein sein. Zwar läuft sein Vertrag noch bis 2027, inklusive einer Option auf ein weiteres Jahr, doch mit Blick auf sein Alter und eine mögliche Gehaltserhöhung auf über zwanzig Millionen Euro pro Jahr steht United vor einer heiklen Entscheidung.

Fakt ist: Aktuell sitzt Bruno am längeren Hebel. Sollte er einen Wechsel forcieren, wären dem Klub die Hände weitgehend gebunden. Signalisiert er hingegen seine Bereitschaft zu bleiben, darf die Vereinsführung keine Zeit verlieren.

Oder, um es ganz einfach zu sagen: Gebt ihm, was er will.

Jason Pettigrove
Jason PettigroveFlashscore