Auch er, versicherte Williams trotzdem, werde am Mittwoch (20.00 Uhr/DAZN und MagentaSport) im ersten Halbfinale gegen den FC Barcelona in Dschidda "zur Verfügung" stehen und "sein Bestes geben". Doch die kritischen Worte des Flügelspielers gießen neues Öl ins Feuer, immer wieder flammt die Debatte über solch umstrittene Abstecher des europäischen Fußballs auf.
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Jüngst war die spanische Liga nach Protesten von Fans und Spielern mit Blick auf das in Miami geplante Duell zwischen Barcelona und dem FC Villarreal zurückgerudert. Derweil hält die Serie A an ihren Plänen, die Partie zwischen der AC Mailand und Como 1907 am 8. Februar im australischen Perth auszutragen, fest. Ein solches Szenario – in Deutschland (noch) unvorstellbar.
Auch Williams machte mehr als deutlich, was er von dem spanischen Vorgehen im Falle der Supercopa, hält. "Eine nationale Meisterschaft in ein anderes Land zu verlegen", mache es den Fans nicht gerade leicht, zu den Spielen zu reisen und diese zu verfolgen, erklärte Ghanas Nationalspieler in einer Medienrunde: "Wenn wir dort spielen, fühlen wir uns wie die Gastmannschaft."
Hinzu kommen familiäre Gründe, erst Anfang Januar war Williams Vater geworden. Mit seiner Kritik steht er vor dem Turnier, bei dem auch Atlético Madrid und Real Madrid aufeinandertreffen, nicht alleine da.
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40 Millionen Euro pro Jahr
Doch all das ändert vorerst gar nichts. Bis mindestens 2029 soll das Turnier noch in Saudi-Arabien stattfinden, laut Medienberichten steht mittlerweile auch eine Verlängerung des Vertrags bis 2034 im Raum – für den spanischen Verband RFEF eine verlockende Option. Seit 2020 wird die Supercopa in Saudi-Arabien ausgetragen und soll der Organisation kolportierte 40 Millionen Euro im Jahr einbringen.
Dass sich der Verband dabei nicht bei allen beliebt macht, scheint angesichts dieser Summen nur eine Nebensache zu sein. Als der Deal, bei dem der frühere spanische Fußballstar Gerard Piqué mit seiner Firma Kosmos als Vermittler diente, unter dem damaligen Präsidenten Luis Rubiales zustande gekommen war, ließ der Unmut vor allem von Menschenrechtsorganisationen und aus der Politik nicht lange auf sich warten.
Doch längst hat der ursprünglich im Sommer ausgetragene Wettbewerb einen neuen Platz im Kalender – und in einem reichen Staat, der immer wieder für Menschenrechtsverletzungen und "Sportswashing" kritisiert wird. Saudi-Arabien, Ausrichter der WM 2034, etabliert sich währenddessen durch Sponsoring und Veranstaltungen mehr und mehr im globalen Sport. Auch Italien ermittelt seinen Supercoppa-Champion seit Jahren in Riad.
Während "Auswärtsspiele" in anderen europäischen Wettbewerben teilweise schon Realität sind, schloss Ligapräsident Hans-Joachim Watzke solche Ausflüge seitens der DFL zuletzt kategorisch aus. "So lange ich bei der Liga in der Verantwortung stehe", hatte dieser vor wenigen Monaten noch betont, "wird es kein Pflichtspiel im Ausland geben. Punkt. Das ist nicht interpretationsfähig."
