Während der brisanten Partie am Donnerstag eskalierte die Situation auf der Familientribüne: Drei Anhänger der Heimmannschaft attackierten Mille Manstrup, weil an ihrem Rollstuhl ein kleiner Aufkleber ihres Herzensvereins, dem FCK, klebte. Kurzerhand trennten sie die junge Frau von ihrer Beatmung, woraufhin die 26-Jährige, die an Muskeldystrophie leidet, plötzlich unter akuter Atemnot litt.
"Sie sagten noch, wenn sie keine Luft mehr hätten, könnten sie einfach meine nehmen", schilderte das Opfer den traumatischen Vorfall kurz darauf gegenüber dem Portal BT.dk.
"Gegen jede gesellschaftliche Norm"
Am Sonntag reagierte Brøndby IF konsequent und sprach gegen den Haupttäter ein lebenslanges Hausverbot aus. Bezüglich der anderen Beteiligten warte man noch die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen ab, zudem wurde das Trio angezeigt.
Kommunikationsdirektor Søren Hønghøj fand deutliche Worte: "Das ist ein zutiefst schockierender und unwürdiger Vorfall, der absolut gegen jede gesellschaftliche Norm verstößt. Nach gründlicher Prüfung der Fakten gibt es nur eine Konsequenz: Ein derart rücksichtsloses und grob fahrlässiges Verhalten wird mit einem lebenslangen Verbot für das Brøndby-Stadion bestraft."
Das sportliche Geschehen trat angesichts des Vorfalls völlig in den Hintergrund. Der FC Kopenhagen gewann das Spiel schließlich nach Verlängerung mit 3:1 und sicherte sich damit die Qualifikation für die Conference League.
