Auf wen setzt DFB-Trainer Nagelsmann? Das WM-Barometer nach den März-Testspielen

Julian Nagelsmann hat die letzten Live-Erkenntnisse vor der WM-Nominierung im Mai gewonnen.
Julian Nagelsmann hat die letzten Live-Erkenntnisse vor der WM-Nominierung im Mai gewonnen.REUTERS/Kai Pfaffenbach

Seine Rollengespräche hat Julian Nagelsmann rund um die beiden Siege zum Start ins WM-Jahr mit allen Spielern geführt. Durch die Erfolge in der Schweiz (4:3) und gegen Ghana (2:1) sieht sich der Bundestrainer in manchen Einschätzungen bestätigt, doch sein Kader-Geheimnis lüftet er erst am 12. Mai bei der Nominierung.

Im Tor haben Oliver Baumann und Alexander Nübel ihren WM-Platz sicher - immer vorbehaltlich unvorhersehbarer Ereignisse wie Verletzungen. Dahinter haben Jonas Urbig und Finn Dahmen die besten Chancen, als dritter Torhüter mit zur WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) zu reisen. Der eigentlich als Nummer eins vorgesehene Marc-André ter Stegen braucht wegen seiner erneuten Verletzung ein Wunder.

Zum Match-Center: Deutschland vs. Ghana

In der Abwehr sind Kapitän Joshua Kimmich, die Innenverteidiger Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Antonio Rüdiger sowie David Raum gesetzt. Auch Waldemar Anton und Malick Thiaw besitzen gute Chancen, Nathaniel Brown betrieb bei diesem Lehrgang Eigenwerbung. Offen scheint noch der Kampf um den Platz des Kimmich-Vertreters. Josha Vagnoman sammelte keine Pluspunkte, die Leipziger Ridle Baku und Benjamin Henrichs hoffen. Schwer wird es für Matthias Ginter, Yann Aurel Bisseck, Maximilian Mittelstädt und Robin Koch.

Im defensiven Mittelfeld ragt Aleksandar Pavlovic als unumstrittener Stammspieler heraus, Leon Goretzka ist aus Sicht des Bundestrainers dessen logischer Nebenmann. Felix Nmecha ist verletzt, die Zeit bis zur WM wird knapp. Angelo Stiller spielte zweimal von Beginn an, zudem rechnen sich Pascal Groß und Anton Stach Chancen aus. Nadiem Amiri muss nach seiner Verletzung erst wieder in Schwung kommen, Robert Andrich überzeugte im Verein zuletzt nicht. Mit Tom Bischof hat Nagelsmann gesprochen, er zieht aber Konkurrenten mit "mehr Rhythmus und Erfahrung" vor.

In der Offensive ist Jamal Musiala das größte Sorgenkind. Nicht, weil es plötzlich Zweifel an seinen Fähigkeiten gäbe, sondern: "Er soll erstmal fit werden, um für die WM infrage zu kommen." Kai Havertz, Florian Wirtz, Serge Gnabry, Leroy Sané, Nick Woltemade und Deniz Undav dürfen ihren Sommer in Übersee planen.

Karl mit besseren Karten als El Mala

Von dem Trio Kevin Schade, Karim Adeyemi und Maximilian Beier will Nagelsmann "nur einen, maximal zwei" mitnehmen. Diesmal nominiert war nur Schade, gespielt hat er nicht - auch, weil das DFB-Spiel nicht auf Konter ausgelegt sei, wie Nagelsmann erklärte.

Jamie Leweling und Chris Führich dürfen hoffen, aber: Jungstar Lennart Karl, der zweimal überzeugte und seine Position gewaltig verbesserte, hat nun die Nase vorn. Said El Mala dagegen dürfte es schwer haben.

Assan Ouédraogo ist wegen seiner Verletzung wie Tim Kleindienst raus, auch Jonathan Burkardt hat kaum Chancen, wenngleich Nagelsmann klarstellte: "Wenn wir einen Spieler haben, der im April zwölf Tore schießt, ist die Chance groß, dass der noch mitfährt." Auch Niclas Füllkrug? Eher nicht.