Englands Mammutaufgabe: Die beeindruckende Heimserie von WM-Gastgeber Mexiko

Raul Jimenez feiert mit seinen Teamkollegen nach dem Spiel, als Mexiko das Achtelfinale der Weltmeisterschaft erreicht
Raul Jimenez feiert mit seinen Teamkollegen nach dem Spiel, als Mexiko das Achtelfinale der Weltmeisterschaft erreichtREUTERS / Eloisa Sanchez

Mexiko präsentiert sich bei dieser Weltmeisterschaft 2026 in absoluter Überform. Als Co-Gastgeber nutzt "El Tri" den Heimvorteil gnadenlos aus und liefert eine der dominantesten Leistungen ab, die man in der modernen WM-Geschichte von einer Gastgebernation gesehen hat. Damit wird Mexiko zu einer echten Gefahr für England. Die Three Lions schleppten sich bislang eher wechselhaft und blass durch das Turnier – weit entfernt von jener disziplinierten Einheit, die man noch zu Beginn der Amtszeit von Thomas Tuchel bestaunen durfte. Ausgerechnet im legendären Aztekenstadion, das in Englands WM-Historie ohnehin eine geschichtsträchtige Rolle spielt, wartet nun eine einschüchternde Kulisse. Und die Mexikaner brennen darauf, ihren Heimvorteil erneut auszuspielen.

Da Mexiko als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert war, überbrückte das Team die Zeit mit einem anspruchsvollen Programm hochkarätiger Testspiele. Das Ergebnis ist eine bemerkenswerte Serie: Seit Javier Aguirre das Traineramt bei "El Tri" übernommen hat, ist die Mannschaft auf eigenem Boden ungeschlagen. Zusammen mit den vier Siegen bei der laufenden Weltmeisterschaft kommt das Team unter Aguirre auf eine beeindruckende Heimbilanz von neun Siegen und vier Unentschieden aus 13 Partien.

Zum Match-Center: Mexiko vs. England

Aguirres zweite Amtszeit begann in Puebla mit einem 2:2 im Hybrid-Testspiel gegen den spanischen Klub FC Valencia. Es folgten ein prestigeträchtiges 2:0 gegen die USA in Guadalajara sowie ein 4:0-Kantersieg gegen Honduras in der Nations League. Weitere Testspiele endeten jeweils 1:1 gegen Ecuador (Guadalajara), Uruguay (Torreon) und Portugal (Azteca). Zudem gab es deutliche Siege gegen Island (4:0 in Queretaro), Ghana (2:0 in Puebla) und Serbien (5:1 in Toluca).

Historisch gutes Omen für Mexiko

Auch im Turnier blieb die Festung unbezwingbar. Mexiko dominierte Südafrika (2:0), Tschechien (3:0) und Ecuador (2:0) im Aztekenstadion. Der knappe 1:0-Erfolg gegen Südkorea wurde in Guadalajara gefeiert.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache für Aguirres Auswahl: Acht Tore in den ersten vier WM-Spielen – und noch kein einziges Gegentor. Mit diesem perfekten Start reiht sich Mexiko in einen exklusiven Club ein. In der Geschichte der Weltmeisterschaft gelang es zuvor erst vier Gastgebern, die ersten vier Spiele des Turniers allesamt zu gewinnen.

England bleibt Favorit

Deutschland (2006) erreichte später das Halbfinale im eigenen Land. Frankreich (1998) krönte sich am Ende zum Weltmeister. Italien (1990) stieß bis ins Halbfinale vor und Uruguay (1930) holte bei der allerersten WM den Titel (damals reichten vier Siege noch für den Turniersieg).

Der Weg im modernen Fußball ist heute zwar deutlich anspruchsvoller, doch Mexiko steht völlig zurecht im Achtelfinale. Auch wenn die Mexikaner gegen England auf dem Papier nicht als Favorit gelten – ihre herausragende Form und die Festung im Rücken haben den Abstand auf die Three Lions zweifellos zum Schmelzen gebracht.