Nach etwas mehr als einer halben Stunde war Gwinn ausgewechselt worden, obwohl sie nach einer Eis-Behandlung erst noch aufs Feld zurückgekehrt war. "Sie wollte weiterspielen. Aber man hat gemerkt, dass sie nicht befreit spielen konnte. Daher hat es keinen Sinn gemacht", erklärte Bundestrainer Christian Wück die Entscheidung, die Rechtsverteidigerin vom FC Bayern lieber aus dem Spiel zu nehmen.

Am Mittwoch sollen weitere Untersuchungen Aufschluss geben, wie schlimm es die 26-Jährige erwischt hat – und ob sie beim zweiten Nachbarschaftsduell der WM-Qualifikation am Samstag (18 Uhr/sportstudio.de) in Ried mitwirken könnte.
Auch der FC Bayern bangt vor der Mammutaufgabe im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona (25. April) um die Rechtsverteidigerin. Zumal Gwinn in ihrer Karriere immer wieder mit schwierigen Verletzungen zu kämpfen hatte, zumeist am Knie. Wie zuletzt beim Innenbandriss im ersten EM-Spiel im Sommer. Auch ihre zwei Kreuzbandrisse erlitt sie beim Nationalteam.
Wück übt Kritik – trotz Sieg
Mit neun Punkten aus drei Qualifikationsspielen liegt die DFB-Auswahl voll auf Kurs Richtung WM 2027 in Brasilien. Dennoch übte Wück nach der zähen ersten Hälfte beim Heimsieg in Nürnberg Kritik. "Wir sind nicht ganz an unser Leistungslimit gekommen", befand der Bundestrainer und bemängelte viele "unnötige Fehler und viele Pässe, die nicht auf höchstem Niveau gespielt wurden".

Daher sei das Spiel "sehr kräftezehrend" verlaufen, "weil wir immer wieder hinterherlaufen mussten. Und das hat mich auch so ein bisschen geärgert." Schließlich wolle das DFB-Team "ja zu den Topnationen gehören. Und für mich gehört zu den Topnationen eine Mannschaft, die solche Spiele, ich will jetzt nicht sagen mit weniger Kraftaufwand, aber cleverer gewinnt."
