Das rot-weiß-rote Frauen-Nationalteam darf weiter von der ersten WM-Teilnahme träumen. Die Mannschaft von Teamchef Lars Söndergaard setzte sich am Dienstag am Wiener Sport-Club-Platz gegen den Kosovo klar mit 4:0 durch und zog damit in die zweite und entscheidende Playoff-Runde für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien ein.
Nach dem knappen 2:1-Auswärtserfolg im Hinspiel ließen die Österreicherinnen vor 3.514 Zuschauern diesmal keine Zweifel aufkommen. Marie Höbinger (7.), Sarah Puntigam (65.), Gini Kirchberger-Prohaska (87.) und Eileen Campbell (90.) sorgten für einen ungefährdeten Heimsieg.
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„Das Wichtigste heute ist, dass wir gewonnen haben. Aber es freut mich auch, wie viele Chancen wir heute kreiert haben“, erklärte Söndergaard nach der Partie. Besonders die Qualität seines Kaders und die langen Ballbesitzphasen stimmten den Dänen zufrieden.
Höbinger sorgt für perfekten Start
Söndergaard hatte seine Startelf im Vergleich zum Hinspiel auf vier Positionen verändert. Unter anderem rückten Sarah Zadrazil und Nicole Billa in die Anfangsformation. Valentina Pötzl feierte ihr Startelf-Debüt, während Jasmin Pal die leicht angeschlagene Mariella El Sherif im Tor ersetzte.
Die ÖFB-Elf übernahm vom Anpfiff weg die Kontrolle. Bereits in der fünften Minute scheiterte Billa an Kosovos Torfrau, zwei Minuten später fiel die Führung. Höbinger setzte sich im Strafraum durch und traf mit einem sehenswerten Abschluss zum 1:0.

„Das frühe Tor war sicher ein Dosenöffner heute. Das hat sehr früh schon ein wenig Druck aus dem Spiel genommen und uns auch echt viel Selbstbewusstsein gegeben“, erklärte die Liverpool-Legionärin. Österreich dominierte auch danach das Geschehen und erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten. Billa, Sarah Gutmann und Höbinger verpassten jedoch einen weiteren Treffer vor der Pause.
Geburtstagskind Puntigam trifft – Campbell setzt Schlusspunkt
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Österreich klar spielbestimmend. Barbara Dunst sorgte mit mehreren Offensivaktionen für Gefahr, ehe Kapitänin Sarah Puntigam in der 65. Minute auf 2:0 erhöhte. Die frisch gebackene 34-Jährige verwertete eine Flanke von Jenny Klein per Kopf und beschenkte sich an ihrem Geburtstag selbst.
Wenig später gab es einen weiteren erfreulichen Moment: Lilli Purtscheller feierte nach über einem Jahr Verletzungspause ihr Comeback. Die Offensivspielerin wurde in der 69. Minute eingewechselt und bereitete später einen Treffer vor.
In der Schlussphase schraubte die ÖFB-Auswahl das Ergebnis weiter in die Höhe. Zunächst köpfelte Innenverteidigerin Gini Kirchberger-Prohaska zum 3:0 ein (87.), ehe die eingewechselte Eileen Campbell aus kurzer Distanz den 4:0-Endstand herstellte (90.).
Söndergaard hob nach dem Schlusspfiff neben der offensiven Leistung auch die individuellen Erfolgserlebnisse hervor. Das Tor von Puntigam an ihrem Geburtstag, Purtschellers Comeback samt Assist und das Startelf-Debüt von Pötzl seien besonders erfreulich gewesen.
Nächste Hürde auf dem Weg nach Brasilien
Mit dem Gesamtscore von 6:1 qualifizierte sich Österreich souverän für die zweite Play-off-Runde Anfang Dezember. Dort trifft die ÖFB-Auswahl auf die Siegerinnen des Duells zwischen der Schweiz und Israel.
Trotz des deutlichen Erfolgs sieht das Team noch Verbesserungspotenzial. „Phasenweise können wir noch geduldiger spielen. Im Großen und Ganzen können wir aber schon zufrieden sein“, analysierte Barbara Dunst.
Bis zum entscheidenden Play-off-Duell bleibt der ÖFB-Elf nun Zeit, an den letzten Details zu arbeiten. Das Ziel ist klar: Österreich will erstmals bei einer Frauen-Weltmeisterschaft vertreten sein.
