Das berichtet jedenfalls The Athletic. Demnach habe das Weiße Haus bislang nicht die obligatorischen staatlichen Garantien - wie Zusagen zu Visa oder Steuerbefreiungen - für die WM-Bewerbung abgegeben. Mit dem Vorgang vertraute Personen berichteten dem Portal, dass die US-Regierung diese erst erteile, wenn der Fußball-Weltverband dem Beispiel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) folge und seine Regeln zu Transgender-Spielerinnen in Trumps Sinne anpasst.
Es wäre "extrem besorgniserregend, wenn eine solche Anfrage gestellt worden wäre", sagte Andrea Florence von der Sports & Rights Alliance dem SID, sie spricht von einem "Nicht-Thema", das zuletzt "enorme Debatten und Spaltung" erzeugt habe: "Und es wurde politisch instrumentalisiert, insbesondere von rechten Akteuren, um Stimmen zu gewinnen." Der Weltverband, dessen Präsident Infantino eine enge Beziehung zu Trump pflegt, ließ Fragen des SID dazu unbeantwortet.
IOC führt Geschlechtstests ein
Zuvor hatte die FIFA mitgeteilt, das Turnier 2031, für das es nur die gemeinsame Bewerbung aus den USA, Costa Rica, Jamaika und Mexiko gibt, werde - anders als zunächst geplant - bei einem außerordentlichen Kongress vergeben, um "die wachsende Stärke" des Frauenfußballs hervorzuheben. Die Schilderungen von The Athletic legen jedoch nahe, dass die Vergabe zu einem politischen Machtspiel verkommt.
Erst kürzlich entschied das IOC, zur Klärung der Startberechtigung in Frauenwettbewerben wieder genetische Geschlechtstests einzuführen. Eine Maßnahme, die Transgender-Athletinnen und einen Großteil der intersexuellen Athletinnen quasi vom Frauensport ausschließt.
Trump, der vorgibt, Frauen schützen zu wollen, und im Vorjahr die Anordnung "Männer aus dem Frauensport fernhalten" veröffentlicht hatte, jubelte. Andrew Giuliani, Leiter der WM-Task-Force im Weißen Haus, appellierte unverblümt an die Sportwelt, sich Trumps Richtung "zu verpflichten".
US-Starspielerin Megan Rapinoe, immer wieder Vorkämpferin für Frauenrechte im Sport, tobte dagegen. Sie sei "angewidert", dies sei "eine völlige Unterwerfung" unter Trump, die Regel schüre "so viel Hass gegen einen winzigen Prozentsatz von Menschen", sagte sie in ihrem Podcast. Die IOC-Richtlinie habe "nichts mit dem Schutz von Frauen zu tun". Sollte auch die FIFA vor Trump einknicken, droht ein erneuter Aufschrei im Fußball der Frauen.
Ziel: "Würde jedes Einzelnen" schützen
Schon vor Olympia 2028 in Los Angeles müssten DFB-Spielerinnen wie Giulia Gwinn oder Klara Bühl nun mit einem SRY-Gen-Screening nachweisen, dass sie "biologische Frauen" sind, wie es das IOC formuliert. Und vor der WM 2031? Der DFB nahm die IOC-Entscheidung "zur Kenntnis", hieß es: "Die weitere Entwicklung werden wir aufmerksam verfolgen."
Zwar gibt das IOC die Linie des Weltsports vor, die FIFA schreibt in ihren Geschlechtsregeln, die seit fast vier Jahren überprüft werden, bislang aber nur eine "individuelle Fallbehandlung" vor - um "die Würde und Privatsphäre jedes Einzelnen zu schützen", heißt es darin.
Es gebe einen Verband, der sich der IOC-Direktive widersetzen könne: Dies sei die FIFA, sagte Florence: Auch durch die Männer-WM sei die Situation natürlich "politisch schwierig: Aber genau jetzt ist der Moment, in dem sportliche Autonomie und Neutralität zählen sollten."
