Ganz Italien bibbert. Selbst Ex-Weltmeister Gennaro Gattuso, der einst alle Gegenspieler das Fürchten lehrte, fühlt den immensen Druck vor dem WM-Showdown. "Nur wer kein Blut in den Adern hat, würde ihn nicht spüren", sagt der Nationaltrainer der Squadra Azzurra mit Blick auf die Playoffs.
Denn: Der stolzen Nation droht der Fußball-Gau. Schon wieder. Die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 hat Italien verpasst, nun droht dem Land des legendären Giuseppe Meazza, des unwiderstehlichen Paolo Rossi und des unüberwindbaren Gianluigi Buffon der unrühmliche Hattrick.

Gattuso, der unverwüstliche Abräumer beim WM-Triumph 2006 in Deutschland – muss vor dem ersten von zwei möglichen Entscheidungsspielen vor allem die Last der Erwartungen managen.
Es spiele am Donnerstag gegen Nordirland (20:45 Uhr/DAZN) weder eine Rolle, dass Italien "vier Weltmeisterschaften gewonnen hat", noch "dass wir seit 2014 nicht mehr bei einer WM dabei waren". Nur Nordirland zählt. "Wir müssen auf den Platz und alles geben", sagt Gattuso.
Kleines Bergamo als neue Heimstätte
Wie groß die Nervosität ist, zeigt die Wahl des Stadions für die Partie gegen Nordirland. Gattusos Team spielt nicht in den großen Arenen von Rom oder Mailand, nein, im kleinen Bergamo sollen die Hoffnungen am Leben gehalten werden.
"In einem größeren Stadion mit 50.000 bis 60.000 Zuschauern" könnte unter den Tifosi auf den Rängen "nach einer Weile Unzufriedenheit" entstehen, "wenn es nicht gut läuft", sagt Gattuso: "In Bergamo, in meinem ersten Spiel als Trainer, haben sie uns zur Halbzeit applaudiert – obwohl es 0:0 stand."

Ein 0:0 am Ende würde Italien gegen Nordirland nicht reichen, nur mit einem Sieg kommt es am 31. März zu einem "Finale" gegen den Sieger der Partie Wales gegen Bosnien und Herzegowina. Und nur der Sieger dieses Spiels fährt dann im Sommer zur XXL-WM und spielt dort in Gruppe B gegen Co-Gastgeber Kanada, Katar und die Schweiz.
